Die Energiewende sorgt für schwarze Zahlen

Markt / 24.10.2022 • 20:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Firmensitz von drexel und weiss in Wolfurt wird heuer mit einem Umsatzplus von 50 Prozent gerechnet. FA
Im Firmensitz von drexel und weiss in Wolfurt wird heuer mit einem Umsatzplus von 50 Prozent gerechnet. FA

drexel und weiss profitiert von verstärktem Energiebewusstsein.

Wolfurt Über viele Jahre hinweg war dem Passivhaus-Pionier drexel und weiss in Wolfurt kein durchschlagender unternehmerischer Erfolg gegönnt. Die Haustechnik-Firma war ihrer Zeit so weit voraus, dass die damit einhergegangenen – auch wirtschaftlichen – Probleme zu wiederholten Miteigentümer-Wechseln, dem Ausstieg der beiden Gründungseigentümer und der Übernahme durch die Schweizer Baufirmengruppe Josias Gasser aus Chur endeten.

Schwarze Zahlen und Umsatzplus

Jetzt allerdings hat sich angesichts steigender Energiepreise und der zu starken Abhängigkeit von fossilen Energieträgern sowie dem gesteigerten Bewusstsein dafür das Blatt sehr zugunsten von drexel und weiss gewendet. Wie Geschäftsführer Jürgen Fink erklärt, werde das Unternehmen 2022 erstmals seit vielen Jahren einen operativen Gewinn erzielen. Bereits im Vorjahr sei drexel und weiss eine „schwarze Null“ gelungen. Für das Geschäftsjahr 2022 geht Fink von einer Umsatzsteigerung um rund 50 Prozent aus, wobei der Großteil davon auf organisches Wachstum zurückzuführen sei. Nur ein kleiner Teil entfalle auf einstellige Preiserhöhungen. Im Jahr 2021 kam das Unternehmen auf ein Geschäftsvolumen von 6,6 Millionen Euro. „Wir profitieren jetzt von unserem jahrzehntelangen Know-how im Bereich Wärmepumpen und Komfortlüftungen. Die Zeiten, in denen unsere Branche als ein Haufen von Exoten galt, sind vorbei.“

Maßgeblich für die aktuelle Entwicklung verantwortlich sei der Markt für dezentrale Lüftungen (inkl. Wärmerückgewinnung) von Schulklassen in Deutschland, sagt Fink. Heuer sollen an die 600 solcher Anlagen installiert werden. Eigentlich hätte drexel und weiss deutlich mehr dieser Anlagen produzieren und ausliefern können. Allerdings habe hier der Mangel an Ventilatoren einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ebenfalls deutlich zugelegt habe das Geschäft mit Wärmepumpen. Allein heuer werde der Absatz um rund 25 Prozent zulegen. Die jetzt neu ins Leben gerufene Förderung des Landes Vorarlberg für energieeffiziente und sehr leise Luftwärmepumpen dürfte das Wachstum von drexel und weiss weiter anheizen. drexel und weiss beschäftigt in Wolfurt rund 40 Mitarbeitende. Seit heuer gibt es eine Vertriebstochterfirma in Zürich.

„Die Zeiten, in denen unsere Branche als ein Haufen von Exoten galt, sind vorbei.“

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