Mittendrin und nicht ganz dabei

Markt / 24.10.2022 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
CIMA-Chef Roland Murauer präsentierte die Zahlen. FA/Hagen
CIMA-Chef Roland Murauer präsentierte die Zahlen. FA/Hagen

Analyse: Kaufkraftströme im Land und wie diese in den Hofsteig gelenkt werden könnten.

Hard Die Hofsteiggemeinden Hard, Kennelbach, Lauterach, Wolfurt und Schwarzach, zwischen Bregenz und Dornbirn gelegen, sind echte Wirtschaftshotspots mit einigen der größten Unternehmen des Landes in ihren Gemarkungen, mit dem Verkehrshotspot Vorarlbergs und einer überdurchschnittlich hohen Kaufkraft. Aber so zentral sie auch liegen – ihr Potenzial im Einzelhandel entspricht nicht ihrer Wirtschafts- bzw. Kaufkraft, wie die Kaufkraftstudie Vorarlberg beziehungsweise der drei Hofsteigorte Lauterach, Wolfurt und Hard zeigt, die am Montagabend vom Studienautor Roland Murauer in der Kammgarn in Hard den Bürgermeistern sowie den Wirtschaftsvertretern vorgestellt wurde.

Die Hofsteiggemeinden haben insgesamt wie bereits festgestellt eine gute Handelsinfrastruktur, doch die beiden Städte Dornbirn und Bregenz locken mit ihrem städtischen Angebot bzw. dem größten Einkaufszentrum des Landes zahlreiche Konsumenten. Und hier die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie bezogen auf die Hofsteiggemeinden:

Das Marktpotenzial ist in den drei untersuchten Gemeinden hoch: Lauterach liegt mit einem sogenannten Kaufkraftindex (Österreich = 100) von 113 zusammen mit Bregenz deutlich an der Spitze der Kaufkraft, auch alle anderen Hofsteiggemeinden liegen über demVorarlberger Index, der bei 102,6 liegt. Die drei intensiv untersuchten Hofsteig-Orte Hard, Wolfurt und Lauterach haben ein Kaufkraftvolumen von knapp 195 Mill. Euro, seit 2015 ist dieses im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Allerdings zeigt sich auch, dass rund 100 Millionen aus diesen Orten abfließen.

Kaufkrafteigenbindung

Die Kaufkrafteigenbindung ist ein erster wichtiger Indikator zur Messung der Attraktivität des stationären Einzelhandels. In Vorarlberg liegt die Eigenbindung langfristig betrachtet bei guten 82 Prozent. Die höchste Eigenbindung hat die Stadt Dornbirn mit 85 Prozent. Allerdings ist sie langfristig betrachtet überall deutlich zurückgegangen. Außer in Lauterach: Dort hat sie sich von 49 auf 51 Prozent verbessert. In Hard ist sie von 49 auf 46 Prozent, in Wolfurt von 37 auf 34 Prozent geschrumpft.

Bemerkbar machen sich in den Hofsteiggemeinden vor allem Anbieter für den langfristigen Bedarf, und deshalb kann Lauterach nach Dornbirn auf das zweitgrößte Einzugsgebiet in diesem Bereich verweisen. Das lässt sich auch zuordnen: Es ist der gerade auf neuesten Stand gebrachte XXXLutz-Markt, der Kunden in die ­Marktgemeinde bringt. Beim kurzfristigen Bedarf haben die betreffenden
Anbieter in den Gemeinden Hard (- 12 %) und Wolfurt (- 12 %) deutliche Rückgänge in der monetären Abschöpfung zu verkraften.

Fazit der Analyse: Für die Wirtschaftsgemeinschaft Hofsteig, die erfolgreich die Hofsteigcard lanciert hat, die Jahr für Jahr mehr Zuspruch bekommt, heißt es jetzt die richtigen Lehren aus der Studie zu ziehen, um das Potenzial für die eigenen Handelsunternehmen zu realisieren. VN-sca

Der Hofsteig zählt zu den kaufkraftstärksten Regionen. Allerdings ist es die Lage im Einzugsbereich der Städte, die schwierig ist.VN/PS
Der Hofsteig zählt zu den kaufkraftstärksten Regionen. Allerdings ist es die Lage im Einzugsbereich der Städte, die schwierig ist.VN/PS

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.