„Kleines Glück des Alltags spielt große Rolle“

Markt / 10.11.2022 • 18:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
dm will aus Öl und Gas aussteigen. In Österreich seien aktuell 100 Filialen teilweise noch auf Gas angewiesen. dm
dm will aus Öl und Gas aussteigen. In Österreich seien aktuell 100 Filialen teilweise noch auf Gas angewiesen. dm

Drogeriemarktkette dm schafft Umsatzmilliarde, in Vorarlberg Zuwachs von 8,17 Prozent.

Wals Die Drogeriemarktkette dm hat im Geschäftsjahr 2021/22 die Erlöse erneut gesteigert. In Österreich stieg der Umsatz bei gleicher Filialzahl um 4,9 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Bezieht man die Tochtergesellschaften in den elf mittel- und südosteuropäischen Ländern inklusive Italien mit ein, wuchs der Umsatz um 13,4 Prozent auf 3,66 Milliarden Euro. In Vorarlberg stieg der Umsatz um 8,17 Prozent auf 56 Millionen Euro. In 18 Filialen werden 260 Mitarbeitende beschäftigt.

Mehr Einkäufe

Das Wachstum, so Martin Engelmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, gleiche die abgeflachte Entwicklung der Coronajahre mehr als aus. „Die Zuwächse haben wir einer steigenden Zahl von Einkäufen zu verdanken, verbunden mit konstanten oder leicht steigenden Umsätzen pro Einkauf.“ Allein in Österreich habe sich die Zahl der Einkäufe um 13 Prozent erhöht.

Allerdings wirke Corona nach wie vor nach. Während sich der Bereich „dekorative Kosmetik“ (Make-Up) wieder erholt und der Boom bei Desinfektions-, Reinigungs- und Klopapier-Artikel abgeflacht sei, gebe es bei den Friseur- und Kosmetikstudios einen nachhaltigen Effekt. „Viele Kunden sind in den Graumarkt abgewandert, manche Friseure haben den Beruf gewechselt“, erklärt Engelmann. Deshalb habe man begonnen, Studios zusammenzulegen. Einen hohen Stellenwert habe derzeit der Kampf gegen die Teuerung. Die Durchschnittspreise im dm-Warenkorb seien um lediglich 1,3 Prozent gestiegen. Dazu habe man in allen Ländern Löhne und Sozialleistungen für Mitarbeiter erhöht – dort wo die Inflation besonders hoch ist auch zweistellig. Große Bedeutung bei der Preisstabilität komme den Eigenmarken zu, die mittlerweile 30 Prozent des Umsatzes und 40 Prozent der verkauften Menge ausmachen.

Dass die Preiserhöhungen nicht doch noch durchschlagen, will Engelmann nicht ausschließen. „Wir prüfen aber bei jeder Erhöhung, was ist gerechtfertigt und was ist Wunschdenken mancher Hersteller.“ Für das laufende Geschäftsjahr ist er zuversichtlich. „Bei Krisen spielt das kleine Glück des Alltags für die Menschen eine große Rolle.“

Martin Engelmann, Vorsitzender der Geschäftsführung. dm
Martin Engelmann, Vorsitzender der Geschäftsführung. dm

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