Wer hinter Anschuldigungen Rache einer Ex-Mitarbeiterin vermutet

Markt / 12.11.2022 • 05:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<p class="caption">Kurs- und Internatsort der Ukrainerinnen, das Hotel Mondschein. <span class="copyright">FA</span></p>

Kurs- und Internatsort der Ukrainerinnen, das Hotel Mondschein. FA

Tourismuskurse: „Anzeige wegen Verleumdung“ wahrscheinlich.

Dornbirn Die Vorwürfe gegen den Hotelier und Sprecher des Vorarlberger Tourismus, Markus Kegele, und das Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer (WIFI) im Zusammenhang mit Kursen für ukrainische Kriegsflüchtlinge wiegen schwer, zumal sie mit einer Sachverhaltsdarstellung auch bei der Staatsanwaltschaft gelandet sind: Kursteilnehmerinnen seien für Reinigungsarbeiten ohne Entlohnung und ohne Beschäftigungsbewilligungen eingesetzt worden. Außerdem seien sie auch an eine Reinigungsfirma ausgeliehen worden. Dazu seien täglich zwischen drei und fünf Kursteilnehmer vom Hotel abgeholt und andernorts unter anderem als Gartenarbeiter eingesetzt worden. Anstelle eines Kochkurses hätten die Teilnehmenden Hunderte Knödel pro Tag produzieren müssen. Einer Kursteilnehmerin, die ihr Geld eingefordert habe, sei gedroht worden. Dem WIFI wird in der Darstellung vorgeworfen, es habe kein Qualitätscontrolling gegeben sowie völlig unzureichende Arbeitsmaterialien und Kursunterlagen, die VN berichteten.

Alles nicht wahr, wehren sich die dermaßen Angegriffenen zum wiederholten Mal. „Ich vermute, dass das gesteuert wurde”, sagt Kegele in einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch im WIFI Dornbirn.

Entlassene Kurstrainerin

Und er wird auch konkret: Eine Kurstrainerin, „die wir entlassen mussten“, stecke hinter den Anschuldigungen, darauf weise der Zeitpunkt und die in der Sachverhaltsdarstellung als Zeugen benannten Personen hin, die alle aus einem von fünf Kursen stammen, konkret dem dritten Kurs, bei dem auch die Trainerin den blauen Brief bekommen hat. „Im Zuge der Evaluierung mussten wir die Zusammenarbeit mit der Dame, die auf Werksvertragsbasis unterrichtete, beenden“, betont der Kursverantwortliche Arben Berisha. Der inzwischen eingeschaltete Rechtsanwalt kündigt jedenfalls nach der rechtlichen Prüfung eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung und damit Kreditschädigung bei der Staatsanwaltschaft an. Diese hat zwar den Erhalt der Sachverhaltsdarstellung bestätigt, doch sie läßt sich offenbar auch nicht wegen des großen öffentlichen Interesses und der politischen Aufforderung gleich mehrerer Landtagsparteien nach Aufklärung des Sachverhalts nicht zu einer schnelleren Bearbeitung bewegen. „Bei uns hat sich noch niemand gemeldet”, sagen Kegele, Wachter und der verantwortliche Kursleiter unisono. Immerhin: Inzwischen habe man die Polizei mit Erhebungen beauftragt.

<p class="caption">Tourismus-Sprecher Markus Kegele wehrt sich gegen Vorwürfe. <span class="copyright">FA/Sams <span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span></span></p>

Tourismus-Sprecher Markus Kegele wehrt sich gegen Vorwürfe. FA/Sams  

Aufklärung gab es auch in puncto Kurskosten. 4500 Euro kostet ein vierwöchiger Kurs, die Unterbringung im Viersterne Hotel wurde mit 40 Euro, die Verpflegung mit 27 Euro, die Trainerkosten mit 50 Euro pro Teilnehmerin und Tag berechnet. 75 Prozent erhielt der Hotelier, der auch das Risiko getragen hat, 25 Prozent das WIFI.

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