Die Laufmasche stoppen

Markt / 28.11.2022 • 22:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hochqualifizierte Mitarbeiter produzieren bei Wolford Skinwear in höchster Qualität, innovativ und nachhaltig. FA 
Hochqualifizierte Mitarbeiter produzieren bei Wolford Skinwear in höchster Qualität, innovativ und nachhaltig. FA 

Bregenzer Strumpf- und Bodywear-Spezialist Wolford holt sich neuen COO und neues Geld.

Bregenz Der Vorarlberger Wäschekonzern Wolford hat im ersten Halbjahr 2022 zwar den Umsatz um 29,4 Prozent auf 54,3 Millionen Euro kräftig gesteigert. Doch das Umsatzplus ging leider einher mit einem ebenfalls höheren Betriebsverlust (EBIT), der sich im ersten Halbjahr um weitere 2,1 Millionen auf 16,9 Millionen Euro ausgeweitet hat. Begründet wird das vom Vorstand des 1950 gegründeten Bregenzer Textilunternehmens mit höheren Preisen für Stoffe, Papier, Energie und Logistik sowie kollektivvertraglichen Lohnerhöhungen. Unter diesen Bedingungen könne man auch nicht mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBIT) für das Gesamtjahr rechnen, teilte der Konzern mit.

Neue Mittel

Und setzte für diesen Donnerstag, 1. Dezember, eine außerordentliche Hauptversammlung an. Das Unternehmen will sich vom Aufsichtsrat und den Aktionären das Okay für eine vereinfachte Kapitalherabsetzung zur Deckung des Bilanzverlustes holen und auch für eine Kapitalerhöhung im Ausmaß von bis zu 16 Millionen Euro durch Ausgabe von bis zu 3,4 Millionen Stückaktien gegen Bareinlagen oder gegen Sacheinlagen, wie es in der Einladung zur Hauptversammlung heißt. Damit sollen der Gesellschaft, die zur vom chinesischen Fosun-Konzern dominierten Lanvin Group gehört, zusätzliche Eigenmittel zugeführt werden, die dem Unternehmen, das in der Modebranche trotz der nun schon seit Jahren andauernden wirtschaftlichen Herausforderungen nach wie vor einen sehr guten Ruf in Sachen Innovation wie Design hat, eine Zukunft ermöglicht.

Textil-Know-how

Umsetzen soll dies ein neuer Vorstand. Seine Aufgabe ist es – um in der Branche zu bleiben – die wirtschaftliche Laufmasche stoppen. Der kriselnde Wäschekonzern bekommt mit dem 47-jährigen Ralf Polito ab 1. Juli 2023 einen neuen Chief Operating Officer (COO), der die Bereiche Supply Chain und Produktion, Recht, Investor Relations, IT sowie Projekt Management Office (PMO) leiten wird, gab das Unternehmen im Vorfeld der Hauptversammlung bekannt. Polito ist im Vorstand des Hemdenmachers Eterna und kennt sich auch mit dem Produktportfolio der Bregenzer Luxusmarke aus, er war zuvor u. a. beim deutschen Unterwäscheproduzenten Triumph in führender Position tätig.

Ende Juli hatte COO Andrew Thorndike den angeschlagenen Strumpfhersteller verlassen, interimistisch wurde Paul Kotrba ab 1. August in die Vorstandsposition eingesetzt, Azzali übernahm zusätzlich zu Sales, Merchandising, Marketing sowie Design die Bereiche Forschung & Entwicklung und Nachhaltigkeit, Finanz und Personal. VN-sca

Ralf Polito soll ab Juni als COO bei Wolford seine Fähigkeiten einbringen. FA
Ralf Polito soll ab Juni als COO bei Wolford seine Fähigkeiten einbringen. FA

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