Streik im Handel ist abgewendet

Markt / 29.11.2022 • 22:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eisenbahngewerkschafter Stemmer: „Hoffen auf eine Einigung.“
Eisenbahngewerkschafter Stemmer: „Hoffen auf eine Einigung.“

Streikdrohung im Handel wirkte. Eisenbahner-Gewerkschaft stimmt weiteres Vorgehen ab.

Schwarzach, Wien Hart verhandelt wurde den ganzen Dienstag im Handel. Ab 11 Uhr suchten Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Kompromiss beim Handels-Kollektivvertrag, kurz nach 20 Uhr war es dann soweit: Arbeitgeber und Arbeitnehmer einigten sich nach knapp zehn Stunden auf einen neuen Kollektivvertrag für die rund 430.000 Angestellten und Lehrlinge im Handel. Die Gehälter und Lehrlingsentschädigungen steigen um bis zu 8,67 Prozent, berichtet Marcel Gilly, GPA Vorarlberg. Damit sind die Streikdrohungen vom Tisch, „die Menschen können am Wochenende ihre Weihnachtseinkäufe erledigen“, so Gilly zum wahrscheinlich nicht unwesentlichen Umstand, der die Verhandlungen beschleunigte, „die Knopf auf Spitz gestanden sind“.

Die Gehälter steigen um sieben Prozent und mindestens 145 Euro – eine durchschnittliche Erhöhung um 7,31 Prozent. Durch den Mindestbetrag bedeutet dies eine Erhöhung um bis zu 8,67 Prozent. Das Einstiegsgehalt für die große Zahl der Berufseinsteiger nach der Lehre werde um 8,06 Prozent angehoben, die bestehenden Überzahlungen blieben aufrecht.

Anders ist die Situation bei den Eisenbahnern: Die Gewerkschafter halten an ihrer Forderung nach 400 Euro monatlicher Erhöhung der KV- und Ist-Löhne fest. Das wurde am Dienstag Nachmittag in einem österreichweiten Videocall mit den Betriebsräten abgestimmt. Unterstrichen wurde, dass man möglichst schnell weiterverhandeln will, so der Vorarlberger ÖGB-Vorsitzende und Obmann der Teilgewerkschaft vida, Reinhard Stemmer. „Wir haben den Arbeitgebervertretern Terminvorschläge geschickt.“ Außerdem wurde eine Mitgliederbefragung beschlossen, wie es weitergehen soll. Kommt es zu keiner raschen Einigung mit den Arbeitgebern, die ebenfalls am Dienstagnachmittag mit erweitertem Fachverband tagten, dann stehen entweder ein weiterer 24-Stunden-Warnstreik oder aber ein unbefristeter Streik im Raum, so Stemmer.

Ein Streiktag bei den Eisenbahnen in Österreich ist nicht nur für die Passagiere unangenehm, er kostet die Volkswirtschaft richtig viel Geld. Zwischen 100 und 120 Millionen Euro, wenn man den Berechnungen des Ökonomen Friedrich Schneider von der Johannes- Kepler-Universität in Linz folgt.  Die Eisenbahnunternehmen beziffern ihre Kosten am Streiktag mit 20 Millionen Euro. Geld, das man genauso gut für die Lohnerhöhung einsetzen könnte, stellt Stemmer fest. VN-sca

KV-Abschluss im letzten Moment: Die Geschäfte und Einkaufszentren haben am zweiten Adventwochenende offen. Fa
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