BertschEnergy: Noch sind viele Fragen offen

Markt / 05.12.2022 • 18:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
BertschEnergy: Noch sind viele Fragen offen
Bertsch Kraftwerke sind in vielen Ländern in Betrieb. Die Saica-Gruppe betreibt inzwischen mehrere Anlagen von Bertsch Energy. FA

Unternehmen hat seit Jahren keine Bilanzen veröffentlicht.

Bludenz Rund um den vom Kraftwerksanlagenbauer Bertsch Energy angekündigten, bevorstehenden Insolvenzantrag sind noch Fragen offen. Das Unternehmen hat diesen Schritt vergangene Woche im Rahmen einer Betriebsversammlung angekündigt, die VN berichteten darüber.

Doch solange kein Insolvenzantrag gestellt wird, stochern Gläubiger und noch im Nebel. Ein Blick ins Firmenbuch zeigt nämlich, dass die Bertsch Energy GmbH & Co KG zuletzt für das Geschäftsjahr 2018 einen Jahresabschluss veröffentlicht hat. Die Jahresabschlüsse für 2019 und 2020 fehlen, so wie auch der Abschluss für das Jahr 2021, wobei diese Frist für die Veröffentlichung genau genommen noch bis Ende Dezember 2022 läuft. Die Nicht-Einreichung von Jahresabschlüssen zur Veröffentlichung im Firmenbuch wird übrigens mit Zwangsstrafen geahndet.

Wie die Wirtschaftspresseagentur berichtet, sollen die Mitarbeitenden von Bertsch Energy noch keine Löhne und Gehälter für den Monat November und kein Weihnachtsgeld bekommen haben. Josef Rützler, Betriebsratsobmann bei der Firmengruppe, bestätigt das. Solange offiziell kein Insolvenzverfahren eröffnet ist, wird allerdings auch der Insolvenzentgeltfonds nicht aktiv.

Laut Angaben von Bertsch Energy-Geschäftsführer Thomas Smetana und Bertsch Holding-Geschäftsführer Hubert Bertsch, steht das Unternehmen derzeit nicht so schlecht da. Man sei voll beschäftigt bzw. seien die Auftragsbücher voll, man habe 2022 im operativen Geschäft den Turnaround geschafft und verfüge über höchst qualifizierte 156 Mitarbeitende. Die nicht veröffentlichten Jahresabschlüsse machen allerdings eine konkrete Einschätzung schwer. Die Vorgänge bei Bertsch Energy erinnern an den Übernahme- und Sanierungspoker bei Erne Fittings im Spätherbst 2016 – der damalige CEO bei Erne Fittings hieß Thomas Smetana. (wpa)

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