Wie wird 2023?

Markt / 23.12.2022 • 18:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie wird 2023?

Dornbirn Ein turbulentes Jahr neigt sich dem Ende zu. Sowohl an den Börsen als auch im weltpolitischen Geschehen lief es so, wie es sich kaum jemand gedacht hatte. Nach einem guten Start wurden wir durch einen furchtbaren Krieg erschüttert. Seither machen uns die Energiekrise, als Folge der gewaltsamen Auseinandersetzung in der Ukraine, anhaltende geopolitische Spannungen, Zinsschritte der Notenbanken FED und EZB, beeinträchtige Lieferketten und nicht zuletzt die hohe Inflation zu schaffen. Nur wenige Anlageklassen werden heuer mit einem positiven Ertrag schließen, allen voran Rohstoffe und Rohstofffonds.

In diesem Licht ist auch die jüngste Dezember-Weihnachtsrally zu sehen, die beendet zu sein schien, nachdem die globalen Aktienmärkte die zweite Woche in Folge mit Verlusten abschlossen. Positiv wirkten die in den USA veröffentlichten Inflationsdaten: Sie zeigen abermals einen Rückgang des Preisauftriebs. Vielleicht macht das auch in Europa Schule? Die Inflation könnte den Scheitelpunkt erreicht haben. Dagegen sprechen die anhaltend hohen Energiepreise, die Haushalte und Unternehmen gleichermaßen treffen. Die Experten der Erste Asset Management rechnen mit weiteren Leitzinsanhebungen im Jahr 2023.

Trotz aller Unsicherheiten macht es Sinn sich jetzt Gedanken über die Geldanlage zu machen. So gibt es seit vielen Jahren wieder Zinsen. Auch wenn die Anleihenmärkte durch die steigenden Renditen gelitten haben, ist für jene, die nicht von weiteren großen Zinsanstiegen ausgehen, ein passables Einstiegsniveau erreicht. Anleihen und Anleihefonds erleben eine Renaissance. Aber auch Aktien sind interessant. Die aktuellen Gewinnprognosen globaler Konzerne sind nicht so schlecht, wie es das Umfeld erwarten lässt. Wer in Tranchen einsteigt, vermeidet das Risiko den richtigen Einstiegszeitpunkt finden zu müssen und kann gleichzeitig vom Durchschnittskosteneffekt profitieren. Alles in Allem kann unter diesen Voraussetzungen 2023 ein Anlagejahr werden, in dem Anleger:innen durchaus profitieren könnten.

christoph.flatz@dornbirn.sparkasse.at, Christoph Flatz, Private Banking. www.erste-am.at

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