So entwickelt sich der Vorarlberger Immobilienmarkt heuer

Markt / 04.01.2023 • 11:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So entwickelt sich der Vorarlberger Immobilienmarkt heuer
VN, VOL

Nachfrage geht weiter zurück, Preise stagnieren. Mietwohnungen werden begehrter.

Lauterach, St. Pölten Im Dezember haben bereits die Vertreter der Vorarlberger Bauwirtschaft Alarm geschlagen und einen starken Rückgang im Bau- und Immobiliensektor des Landes prognostiziert.

<p class="caption">Der Traum vom Eigenheim wird für viele unerschwinglich - das zeigt sich auch in den Prognosen der Immobilienexperten, die einen Rückgang von fast 20 Prozent vorhersagen. <span class="copyright">VN/Steurer</span></p>

Der Traum vom Eigenheim wird für viele unerschwinglich - das zeigt sich auch in den Prognosen der Immobilienexperten, die einen Rückgang von fast 20 Prozent vorhersagen. VN/Steurer

Wenn auch derzeit noch die Auftragsbücher voll sind, wurde bei den eigenen Wohnbauprojekten bei zahlreichen Unternehmen bereits die Bremse gezogen. Eine bundesweite Untersuchung des größten österreichischen Immobilienvermittlers Re/max, der Real Estate Future Index – die Summe von rund 600 Immobilienexperten-Meinungen in ganz Österreich – unterstreicht die Einschätzung der Vorarlberger Baubranche.

Aber nicht alle Bundesländer werden gleichermaßen von den zu erwartenden Veränderungen am Immobilienmarkt betroffen sein. Die Prognose geht bei der Verringerung der Nachfrage von einer Bandbreite von minus 6,8 Prozent in Kärnten, neun Prozent in Wien bis hin zu einem Rückgang von 15,9 Prozent in Tirol und sogar 19,3 Prozent in Vorarlberg.

Re/max Immowest-Geschäftsführer Reinhard Götze: "Gesunkene Nachfrage und sinkende Preise wurden noch nicht von allen Verkäufern realisiert." <span class="copyright">VOL/Mayer</span>
Re/max Immowest-Geschäftsführer Reinhard Götze: "Gesunkene Nachfrage und sinkende Preise wurden noch nicht von allen Verkäufern realisiert." VOL/Mayer

„Seit dem Sommer 2022 hat sich der Immobilienmarkt aufgrund der restriktiven Kreditvergabe, den mehrmaligen Zinserhöhungen der EZB, der steigenden Inflation und dem Krieg in der Ukraine verändert“, erläutert Reinhard Götze, Geschäftsführer von Re/max Immowest und vergleicht die derzeitige Situation mit jener nach 9/11 und 2008, „mit dem Unterschied, dass zum jetzigen Zeitpunkt viele unterschiedliche Unsicherheitsfaktoren gleichzeitig vorliegen.“

“Negative Vorzeichen”

„Dass die Nachfrage nach Immobilien gesunken und das Angebot gestiegen ist, verbunden mit stagnierenden bis fallenden Preisen, wird noch nicht von allen Verkäufern erkannt“, sagt Götze, bestätigt aber, dass „viele Projekte von Bauträgern neu bewertet werden und Bauträger bei Grundstückskäufen aktuell sehr restriktiv“ sind. Erstmals seit vielen Jahren herrsche in Vorarlberg wieder ein großes Angebot an Grundstücken. Bei den Immobilienpreisen sei deshalb, so die Untersuchung, mit Ausnahme der drei Mietkategorien, welche 2023 preislich zulegen sollen, mit negativen Vorzeichen zu rechnen. Am stärksten betroffen werden im Privatbereich die Einfamilienhäuser, Einzellagen und Eigentumswohnungen am Stadtrand und auf dem Land sein.

Angebot wächst noch leicht

Für die nächsten vier bis sechs Monate erwarten die für die Untersuchung interviewten Immobilienexperten bei Eigentumswohnungen, Einfamilienhäusern oder Baugrundstücken in Vorarlberg eine Stagnation der Preise auf dem Niveau von 2020/2021. „Derzeit ist es ein Käufermarkt und kein Verkäufermarkt“, beschreibt Götze die Lage. Das Angebot soll in Vorarlberg trotz der pessimistischen Prognose um 5,6 Prozent wachsen. Liquide Käufer, die Immobilien erwerben, wollen so ihr Vermögen vor der Inflation absichern.

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