Diese zwei Weltmarktführer wollen gemeinsam noch stärker werden

Markt / 09.01.2023 • 13:25 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Z-Werkzeugbau im Dornbirner Betriebsgebiet Pfeller. <span class="copyright">z werkzeugbau</span>
Z-Werkzeugbau im Dornbirner Betriebsgebiet Pfeller. z werkzeugbau

Dornbirner Werkzeugbauer geht Partnerschaft mit Allgäuer Unternehmen ein.

Dornbirn Für rund 60 Mitarbeiter des Vorarlberger Hightech-Unternehmens Z-Werkzeugbau begann das Jahr mit einer Überraschung. Um 8.30 Uhr wurde ihnen von den Eigentümern des Unternehmens, das insgesamt rund 200 Mitarbeiter beschäftigt, der neue Geschäftsführer und Mehrheitseigentümer ihrer Business-Unit „z-automation“ vorgestellt.

Ab sofort arbeiten sie in einem neuen Unternehmen, das zu 75 Prozent dem Allgäuer Unternehmen Pfaff Werkzeug- und Formenbau GmbH & Co. KG in Röthenbach und zu 25 Prozent der Z-Werkzeugbau gehört. Neuer Geschäftsführer ist Moritz Hummel, Geschäftsführer und Eigentümer der Firma Pfaff. „Nach der Information gab es sogar Applaus“, berichtet Johannes Steurer. Steurer wird als Geschäftsführer und Alleineigentümer die z-werkzeugbau führen. Hermann Eberle wird als Geschäftsführer der z-werkzeugbau ausscheiden, weiterhin aber in der Geschäftsführung der z-automation, die ab sofort als Pfaff Automation GmbH firmiert, sein Know-how einbringt.

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Die Fusion ist nicht der Not geschuldet, sondern ist eine Partnerschaft unter zwei Weltmarktführern, die schon bisher eng zusammengearbeitet haben, wie die Eigentümer und Geschäftsführer von z-Werkzeugbau, Hermann Eberle und Johannes Steurer sowie Moritz Hummel im Gespräch mit den VN betonen. Durch die Fusion der beiden Unternehmen ergeben sich im Bereich der automobilen Dichtungssysteme völlig neue Potenziale hinsichtlich Industrie 4.0 und Automatisierung. Diese können nun gemeinsam gehoben werden: “Durch diesen Zusammenschluss können wir unseren Kunden ein noch kompletteres Produktportfolio bereitstellen und gemeinsam neue Lösungen entwickeln, welche die Produktionssysteme unserer Kunden revolutionieren werden”, sagt Moritz Hummel. Eberle pflichtet ihm bei: „Wir werden erleben, dass eins plus eins mehr als zwei sein wird!“

Beim Dornbirner Werkzeugbauer verändert sich die Chefetage.<span class="copyright"> VN/Scalet</span>
Beim Dornbirner Werkzeugbauer verändert sich die Chefetage. VN/Scalet

Keine Änderung für Mitarbeiter

Das neue Unternehmen hat weiterhin seinen Standort am Sitz der z-Gruppe in der Dr.-Walter-Zumtobel-Straße 9 in Dornbirn. Für die Mitarbeiter ändert sich nichts, versichert Steurer. Alle Ansprüche aus der bisherigen Tätigkeit bleiben erhalten. Ein weiterer Vorteil sei, dass man sich gegenseitig schon kenne, auch in der Mentalität sei man sich ähnlich, ist der Pfaffstandort Röthenbach gleich bei Lindenberg doch nicht einmal 42 Kilometer entfernt. Bei den Überlegungen haben natürlich auch die Kunden eine maßgebliche Rolle gespielt, die eine Vereinfachung von Auftragsvergaben durchaus zu schätzen wissen. „Bei den Gesprächen haben wir festgestellt, dass sich unsere Kunden zu 95 Prozent decken – wir sind einen Schritt vor Pfaff tätig“, so Steurer mit Blick auf die Kunden, die bei den relevanten Schnittstellen um Vereinfachung in der Auftragsvergabe bemüht sind.

Die bis vor kurzem eigenständig agierenden Unternehmen sind in ihren Bereichen Weltmarktführer. Der Allgäuer Werkzeugmacher ist im Bereich Spritzgussformen Weltmarktführer, z-automation oder ab jetzt Pfaff Automation darf sich im Segment der Automatisierung und der Bearbeitungstechnik für Automobildichtungskomponenten als weltweiter Marktführer betrachten. Die von z-automation vorgefertigten Dichtungsprofile werden mit der Technologie der Pfaff-Gruppe zu einem ganzheitlichen Dichtungssystem zusammengefügt, das die wichtigsten Autohersteller bei ihren Fahrzeugen verwenden.

Das Stammhaus von Pfaff Werkzeug- und Formenbau ist nur knapp 42 Kilometer vom Standort des neuen Unternehmens entfernt. <span class="copyright">z werkzeugbau</span>
Das Stammhaus von Pfaff Werkzeug- und Formenbau ist nur knapp 42 Kilometer vom Standort des neuen Unternehmens entfernt. z werkzeugbau

Z-Werkzeugbau, vor 18 Jahren von Steurer und Eberle gegründet, besteht in Zukunft aus drei der ursprünglich vier Business Units. z-moulds, z-microsystems und z-prototyping verbleiben in der Z-Werkzeugbau. Der Geschäftsbereich „z-moulds“ stärkt seine Position in Übersee mit einer eigenen Niederlassung in Atlanta. Alle diese Geschäftsbereiche sind als selbstständige Bereiche aufgebaut und können unabhängig voneinander agieren, so Steurer. Das könne auch zu ähnlichen Lösungen wie bei z-automation führen, wenn das für die Entwicklung Vorteile bieten, erklärt Steurer. Allerdings sei in diesen Bereichen derzeit nichts in diese Richtung geplant.

Mit Formenbau, Automatisierungstechnik, Mikrospritzguss und Rapid Prototyping ist das Dornbirner Unternehmen international führend.
Mit Formenbau, Automatisierungstechnik, Mikrospritzguss und Rapid Prototyping ist das Dornbirner Unternehmen international führend.

Bei Z-Werkzeugbau arbeiten nun 140 Mitarbeiter, die Auftragsbücher seien gefüllt. Jetzt sei zu hoffen, dass nach dem schwierigen Jahr 2022 wieder etwas mehr Normalität einkehre, so Steurer.

Pfaff Werkzeug- und Formenbau

Die Pfaff Werkzeug- und Formenbau GmbH & Co. KG ist in der Automobilzulieferindustrie weltweit führend unter den Herstellern von Formen für Karosseriedichtungssysteme. Am Hauptsitz in Röthenbach im Allgäu und drei weiteren Standorten in Deutschland, den USA und China verfolgen die 260 Mitarbeiter seit über 60 Jahren das Ziel, gemeinsam mit den Kunden die Grundlage für einen reibungslosen und wirtschaftlichen Serienanlauf und somit für eine erfolgreiche Serienproduktion zu schaffen. Die Mitarbeiter im Allgäu werden am Dienstag über die Partnerschaft informiert, so Moritz Hummel, der das Unternehmen, das von Gründer Armin Pfaff im Jahr an seinen damaligen Geschäftsführer Hummel übertragen hat.

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