Welcher Energieanbieter 2022 bei Strom und Wärme draufzahlen musste

Markt / 12.01.2023 • 18:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
E-Werke-Chef Hartmann bereitet sich auf die Zukunft vor. Im Februar startet ein großangelegter Strategieprozess, der die Leitlinie für die künftige Entwicklung sein wird.<span class="copyright"> VN/HB</span>
E-Werke-Chef Hartmann bereitet sich auf die Zukunft vor. Im Februar startet ein großangelegter Strategieprozess, der die Leitlinie für die künftige Entwicklung sein wird. VN/HB

E-Werke Frastanz: Verluste bei Energieerzeugung – Zukunftsstrategie im Werden.

Frastanz Die E-Werke Frastanz sind in der Marktgemeinde ein wesentlicher Treiber für den Standort. Die Erzeugung von Strom bzw. die Zurverfügungstellung von Nahwärme sind im Betrieb wichtige, aber schon lange nicht mehr die einzigen Geschäftsbereiche. Das Unternehmen, das 50 Gesellschaftern aus der Marktgemeinde hat, betriebt neben den drei Kraftwerken, die von der Samina gespeist werden, ein Biowärmkraftwerk und zwei Blockheizkraftkwerke, ist sowohl in der Elektroinstallation als auch im Elektrohandel tätig, auch Internet und Kabel-TV zählen zu den Angeboten und nicht zuletzt ist das als Genossenschaft 1908 gegründete Unternehmen einer der wichtigsten Immobilienbesitzer und -entwickler im Eingangsort zum Walgau.

<p class="caption">Der Saminapark im Ortszentrum von Frastanz ist ein so erfolgreiches wie attraktives Immobilienprojekt des Unternehmens. <span class="copyright">FA. </span></p><p class="caption">

Der Saminapark im Ortszentrum von Frastanz ist ein so erfolgreiches wie attraktives Immobilienprojekt des Unternehmens. FA.

Breites Portfolio

Dieses breite Angebotsportfolio ist es auch, welches das Unternehmen auch in schwierigen Zeiten auf Kurs hält. Denn mit der Energieerzeugung hätten die E-Werke im vergangenen Jahr rote Zahlen eingefahren. „Es profitieren nicht alle von den Preissteigerungen bei Energie“, sagt Geschäftsführer Rainer Hartmann im Gespräch mit den VN. Das Minus bei der Wasserkraft beträgt satte 16,9 Prozent, geschuldet ist dies unter anderem dem trockenen Sommer im vergangenen Jahr. „Wir merken schon seit Jahren, dass die Wassermenge zurückgeht und unsere Kraftwerke sind Flusskraftwerke“, so Hartmann, zurückgegangen sind aber auch der Umsatz und auch der Gewinn des Wärmekraftwerks, nämlich um 14,87 Prozent. Weil absehbar ist und sich in den letzten Jahren abgezeichnet hat, dass das Wasser für die Energieerzeugung immer weniger wird, müssen sich Hartmann und sein Team etwas einfallen lassen.

Biowärme Frastanz, ebenfalls ein Geschäftszweig der E-Werke Frastanz. <span class="copyright">FA</span>
Biowärme Frastanz, ebenfalls ein Geschäftszweig der E-Werke Frastanz. FA

Strategieprozess startet

Das soll in einem breit angelegten Strategieprozess, der im Februar startet, passieren. „Wir werden für unser Unternehmen eine Strategie bis zum Jahr 2030 entwickeln, welche die fundamentalen Umbrüche, die derzeit stattfinden berücksichtigen“, so der Firmenchef. Ein Thema ist die Verjüngung des Teams, die bereits im Tun ist. Man habe sehr kompetente Mitarbeiter gefunden, die den Weg in die Zukunft begleiten und steuern werden. Viele Mitarbeiter werden mittelfristig ihren Ruhestand antreten. Doch es gebe auch am Arbeitsmarkt eine Entwicklung, die dem Unternehmen entgegenkomme. „Wir stellen fest, dass viele Menschen wieder in ihrer Region arbeiten wollen, in einem überschaubaren Team“, erzählt er. Gut für die E-Werke, die planen, den Mitarbeiterstand von 80 auf mittelfristig 100 auszubauen.

Das Sonnenbergareal der E-Werke wird großflächig erweitert. Ein Ausbildungszentrum für Lehrlinge ist im Gespräch. <span class="copyright">FA</span>
Das Sonnenbergareal der E-Werke wird großflächig erweitert. Ein Ausbildungszentrum für Lehrlinge ist im Gespräch. FA

Geplant ist im Immobilienbereich der Ausbau des Sonnenbergareals, dort könnte auch ein Zentrum für die Lehrlingsausbildung der Walgau-Region entstehen. Auch im Bereich Nahwärme werde im laufenden Jahr sicher einiges passieren, Hartmann weist auf die gute Partnerschaft mit den Holzlieferanten aus der unmittelbaren Region hin. Gerne würde man die Partnerschaft mit illwerke vkw weiter ausbauen, die habe sich bewährt und sei in Zeiten wie diesen sehr wertvoll. Anhaltend gut ist die Auftragslage bei den Elektroinstallationen, und das Fachgeschäft habe in den letzten Jahren auch mit der guten Verfügbarkeit jeglicher Elektrogeräte und dem entsprechenden Service gepunktet, resümiert Hartmann vor einem durchaus wieder herausfordernden Jahr.

<p class="caption">Die Räumlichkeiten in der Energiefabrik sind begehrt, auch die Museumswelt hat Quartier in der ehemaligen Fabrik gefunden. <span class="copyright">FA</span></p>

Die Räumlichkeiten in der Energiefabrik sind begehrt, auch die Museumswelt hat Quartier in der ehemaligen Fabrik gefunden. FA

Selbstredend sind die E-Werke auch in der Infrastruktur tätig: Rainer Hartmann und Christian Oberhauser an der neuen Schnellladestelle für Elektroautos in Frastanz. <span class="copyright">FA</span>
Selbstredend sind die E-Werke auch in der Infrastruktur tätig: Rainer Hartmann und Christian Oberhauser an der neuen Schnellladestelle für Elektroautos in Frastanz. FA

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