Diese Vorarlberger Ziegel werden C02-neutral und energiesparend erzeugt

Markt / 16.01.2023 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Energieunabhängig: Bis 2024 sollen vier zusätzliche Holzgasanlagen samt angeschlossenen Blockheizkraftwerken in Betrieb genommen werden.<span class="copyright"> FA</span>
Energieunabhängig: Bis 2024 sollen vier zusätzliche Holzgasanlagen samt angeschlossenen Blockheizkraftwerken in Betrieb genommen werden. FA

Dornbirner Ziegelwerk investiert Millionen Euro in die Energieunabhängigkeit.

Rankweil Das Ziegelwerk Rhomberg in Dornbirn steht vor einer millionenschweren Investition, will damit die nahezu vollständige Unabhängigkeit von externen Energieanbietern und -versorgern erreichen und CO2-neutral produzieren. Wie der geschäftsführende Gesellschafter Edgar Rhomberg erklärt, beabsichtige das letzte Ziegelwerk in Westösterreich die Errichtung und den Betrieb von vier zusätzlichen Holzgasanlagen samt angeschlossenen Blockheizkraftwerken. Das mehrstufige Projekt startet in den kommenden Wochen und soll bestenfalls im Laufe des Jahres 2024 abgeschlossen sein. Die gesamte Investitionssumme beziffert Rhomberg mit rund sechs Millionen Euro. Derzeit laufen noch die letzten Behördenverfahren für das Vorhaben.

Seit 2015 betreibt das Ziegelwerk Rhomberg, das keine eigentümermäßige Verbindung mit der Bregenzer Baufirmengruppe Rhomberg hat, in Dornbirn zwei Holzgasanlagen samt dazugehörenden Blockheizkraftwerken. Damit werden sowohl Strom als auch thermische Energie zur Einleitung in das Nahwärmenetz erzeugt. “Mit dem Bestand können wir unseren eigenen Strombedarf im naturgemäß energieintensiven Ziegelwerk aber nicht das ganze Jahr über jeden Tag decken. Deshalb investieren wir in diese Vergrößerung”, so Rhomberg. Jedes dieser Blockheizkraftwerke kann 250 Kilowatt elektrische Leistung und 500 Kilowatt thermische Leistung (Wärme) erzeugen.

Eigenbedarf zur Gänze abdecken

Die erste zusätzliche Holzgasanlage samt Blockheizkraftwerk soll bis Mitte 2023 in Betrieb gehen. Damit könne der Ziegelhersteller nicht nur den gesamten eigenen Strombedarf über das Jahr gerechnet abdecken, sondern auch noch einen großen Überschuss in das VKW-Netz einspeisen. Gleichzeitig fließe noch mehr thermische Energie in ein Nahwärmenetz in Dornbirn.

Unabhängigkeit von Erdgas

Mit der zweiten neuen Holzgasanlage inklusive Blockheizkraftwerk will Rhomberg bis Ende 2023 weit über 90 Prozent seines jährlichen Erdgas-Bedarfs stillen. Dabei geht es um 1,2 Millionen Kubikmeter Erdgas, die durch deutlich mehr Holzgas ersetzt werden sollen. “Im besten Fall können wir den Bedarf zur Gänze abdecken.” Die dritte und vierte zusätzliche Anlage soll ab Ende 2024 ausschließlich Strom und Wärme für das öffentliche Netz produzieren.

Restholz aus der Wirtschaft

Als Energieträger dient ausschließlich Restholz aus Industrie und Gewerbe, aber kein Holz aus dem Wald. Dieses Abfallholz wird geschreddert, gesiebt und getrocknet und anschließend in der Holzgas-Anlage in Holzgas umgewandelt. Bei der Erzeugung von Holzgas fällt Holzkohle an. Diese Holzkohle mischt Rhomberg in den Lehm und Ton für die Erzeugung der Ziegel. “Das ist schlussendlich alles ein einziger Kreislauf”, so Rhomberg. Mit der Inbetriebnahme der neuen Anlagen produziere das Ziegelwerk Rhomberg dann tatsächlich CO2-neutral. Das Unternehmen beschäftigt 18 Mitarbeitende.

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