„Projekte werden zu schnell aufgegeben“

Markt / 16.01.2023 • 22:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
IV-Zukunftsbilder: Ein Autobahnüberbau mit Platz für Wohnraum und Campus in Dornbirn (kl. Bild) mit dem Wälderexpress.IV
IV-Zukunftsbilder: Ein Autobahnüberbau mit Platz für Wohnraum und Campus in Dornbirn (kl. Bild) mit dem Wälderexpress.IV

IV-Präsident Martin Ohneberg fordert mehr Mut ein, auch zu unangenehmen Entscheidungen.

Schwarzach Für Martin Ohneberg ist es der letzte Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung als deren Präsident. Acht Jahre lang hatte er das Amt inne, nach zwei Perioden kann er nun nicht mehr gewählt werden. Im Juli soll es einen Nachfolger geben. Wer es wird? „Es laufen Gespräche, aber es ist noch nichts entschieden“, sagt Ohneberg im VN-Gespräch. Generell werde es immer schwieriger, Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen. Er selbst habe das Amt mit Freude und aus Idealismus ausgeübt. Letztlich sei es aber gut, dass ein neues Gesicht neue Perspektiven einbringe.

Einiges gelungen

Mit seiner Tätigkeit als Präsident ist er zufrieden. „Uns ist einiges gelungen, Dinge wurden ins Rollen gebracht. Beispielsweise die HSG-Niederlassung in Dornbirn oder die internationale Schule.

Seinen letzten Neujahrsempfang nutzte Ohneberg zusammen mit IV-Geschäftsführer Christian Zoll aber vor allem dazu, mehr Mut einzufordern. Nur wenn man Visionen habe, sehe man, was möglich wäre. Die beim Empfang präsentierte adaptierte Industriestrategie umfasst 21 Ziele aus den Bereichen Leben, Wirtschaften und Lernen. Grundlage sind über 90 Gespräche mit Unternehmern und Stakeholdern. „Wir haben einen Cocktail aus Krisen, und es herrscht Handlungsbedarf – bei der Infrastruktur, hinsichtlich Arbeitskräften, bei der Marke Vorarlberg“, so Ohneberg, der bei vielen Projekten im Land Visionslosigkeit ortet. Bei der Bahn in Bregenz, bei der S18 oder der Wälderbahn. Bei vielem gebe es zwar Schritte, die aber nach Meinung der IV nicht weit genug gehen. Beispiele seien die Kinderbetreuung oder die Raumordnung. „Es braucht Mut – auch zu unangenehmen Entscheidungen. Denn andere Länder schlafen nicht.“

„Man gibt zu schnell auf“

Aktuell würden viele Projekte aufgrund von Widerstand viel zu schnell aufgegeben oder erst gar nicht verfolgt. Ohnebergs Appell: „Dinge lassen sich realisieren, wenn man mutig ist.“ Dazu hat die IV drei Zukunftsbilder entworfen. Diese zeigen drei Orte in Vorarlberg und wie diese in der Zukunft aussehen könnten – mit dem Seilbahnprojekt „Wälderexpress“, mit einem Streckenabschnitt der Autobahn, der mit Wohnraum überbaut ist, und dem Lustenauer Ried inklusive Park und S18. Denn, so Ohneberg, auch ein Miteinander von Wirtschaft und Lebensraum sei durchaus realisierbar. VN-reh

„Projekte werden zu schnell aufgegeben“
Christian Zoll und Martin Ohneberg haben klare Visionen für Vorarlberg. vn/Paulitsch
Christian Zoll und Martin Ohneberg haben klare Visionen für Vorarlberg. vn/Paulitsch

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