Vorarlberger Mittelstand investiert gegen die Krisenstimmung

Markt / 20.01.2023 • 16:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
 Die Silhouette eines Bauarbeiters zeichnet sich auf einer Baustelle vor dem verfŠärbten Morgenhimmel ab. <span class="copyright">APA/dpa/Julian Stratenschulte</span>
Die Silhouette eines Bauarbeiters zeichnet sich auf einer Baustelle vor dem verfŠärbten Morgenhimmel ab. APA/dpa/Julian Stratenschulte

86 Prozent der mittelständischen Firmen im Land mit “guter” Geschäftslage. Viele planen Investitionen.

Linz, Schwarzach Die Stimmung in der Wirtschaft ist besser als sie oft dargestellt wird“, resümiert Erich Lehner, Managing Partner und Mittelstandsexperte des österreichischen Standortes des weltweit tätigen Beratungsunternehmens EY die aktuelle Lage im österreichischen Mittelstand. EY hat in einer großangelegten Studie untersucht, wie die mittelständischen Unternehmen ins neue Jahr starten.

Mittelstandsexperte Erich Lehner, EY: „Nachhaltigkeit ist für alle Firmen ein Thema. Da kann man sich nicht mehr wegducken.“ <span class="copyright">FA</span>
Mittelstandsexperte Erich Lehner, EY: „Nachhaltigkeit ist für alle Firmen ein Thema. Da kann man sich nicht mehr wegducken.“ FA

Optimistisch sind österreichweit – untersucht wurden Firmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern – deutlich weniger als noch vor einem Jahr, nämlich nur knapp die Hälfte der Betriebe, vor einem Jahr waren noch 61 Prozent optimistisch. Die aktuelle Geschäftslage bezeichnen in Vorarlberg aber deutlich mehr Firmen als österreichweit als gut bzw. eher gut: nämlich 86 Prozent.

Signal für den Standort

Das schlägt sich auch in der Investitionsbereitschaft der Vorarlberger Betriebe nieder: Immerhin 21 Prozent sind bereit, ihre Investitionen zu zu erhöhen, im vergangenen jahr ware es nur 16 Prozent. „Das ist der höchste Wert nach Wien im Bundesländervergleich“, so Lehner im Gespräch mit Vorarlberg. 61 Prozent der befragten Unternehmer geben an, an ihren Investitionen wie geplant festzuhalten. „Ein wichtiges Signal für den Standort“, attestiert Lehner. Allerdings wollen auch 18 Prozent der befragten Unternehmer 2023 weniger investieren und erst einmal abwarten. Im Vorjahr waren das nur sieben Prozent.

Während 86 Prozent mit der Geschäftslage sehr oder halbwegs zufrieden sind, erwarten 24 Prozent der Vorarlberger Mittelständler eine Verbesserung der Geschäftslage. Nur zwei Prozent sprechen von einer “schlechten Geschäftslage”. Die Energiefrage beschäftigtalle Unternehmen. Dass die Gaspreise gesunken sind, sorge für eine Beruhigung, so Lehner im Gespräch mit den VN, “wenn die Verfügbarkeit von Gas längerfristig sicher ist, glaube ich auch, dass die Stimmung sich entspannt.”

Eine neue Dimension habe das Thema Nachhaltigkeit bekommen, das noch wichtiger werde. Es wäre falsch, wenn sich KMU nicht oder nur am Rande darum kümmern. “Bei den großen Firmen ist es endgültig angekommen, die Kunden werden auch bei kleinen Firmen und Zulieferern darauf bestehen. Da kann man sich nicht wegducken.”

Vorarlberger Mittelstand investiert  gegen die Krisenstimmung
Vorarlberger Mittelstand investiert  gegen die Krisenstimmung

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