Gesundheit, Bildung oder Alter

Markt / 24.01.2023 • 18:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bernhard Bereuter und Katharina Neuhofer vom AMS Vorarlberg.AMS
Bernhard Bereuter und Katharina Neuhofer vom AMS Vorarlberg.AMS

Mehrheit Arbeitsloser mit Vermittlungseinschränkung. AMS verstärkt Qualifizierung.

Bregenz Das vergangene Jahr war für den Arbeitsmarkt ein recht gutes. Die positive konjunkturelle Lage führte dazu, dass die Zahl der Beschäftigten stieg und die Zahl der arbeitslosen Menschen zurückging. Diese verringerte sich im Jahresdurchschnitt um knapp 23 Prozent auf 8975 Personen. Eine gute Entwicklung für AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter und seine Stellvertreterin Katharina Neuhofer.

Allerdings gebe es nach wie vor Gruppen, für die es deutlich schwieriger ist, einen Job zu finden. Vor allem wenn jemand eine Vermittlungseinschränkung hat, sei es hinsichtlich Gesundheit, Qualifikation oder Alter. Und das sind nicht wenige. Denn der Anteil der Arbeitslosen, die maximal einen Pflichtschulabschluss haben, liegt bei knapp 46 Prozent. Zwei Drittel (65 Prozent) haben überhaupt eine Einschränkung.

Immer noch zu viele

Zwar sei aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage im vergangenen Jahr auch die Bereitschaft gestiegen, langzeitarbeitslose Menschen einzustellen. Diese Zahl ging um 37 Prozent auf 1900 Personen zurück. Dennoch seien es immer noch zu viele, sagt Bereuter. Deshalb will das AMS die Maßnahmen zur Qualifizierung noch einmal verstärken. Im Fokus stehen vor allem Menschen ohne Bildungsabschluss. Wer beispielsweise den Lehrabschluss nachholt, bekommt nun deutlich mehr Geld zur Existenzsicherung. Statt 200 Euro sind es nun 400 Euro, die zum Arbeitslosengeld dazukommen. Außerdem garantiere das AMS jedem langzeitarbeitslosen Menschen einen Transitarbeitsplatz in einem sozialen Unternehmen wie Integra oder Aqua Mühle. Ab April soll es auch eine gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung geben.

Was eine entsprechende Qualifikation am Arbeitsmarkt bedeutet, zeigen folgende Zahlen: Bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss liegt die Arbeitslosenquote bei 14,2 Prozent, bei Lehrabsolventen bei 4,4 Prozent und bei höherer Ausbildung unter drei Prozent.

Potenzial nutzen

Für heuer geht Bereuter von einem Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent und einem Beschäftigungswachstum von 0,7 Prozent aus. Das bedeutet, dass es wohl einen leichten Anstieg bei der Arbeitslosigkeit geben werde. „Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Pension, damit sinkt das Arbeitskräftepotenzial“. Umso wichtiger sei es deshalb, dass Unternehmen auf ein breiteres Potenzial zurückgreifen. Das bedeutet eben auch jene Menschen in Betracht zu ziehen, die eine Einschränkung haben. „Wer den Personenkreis erweitert, erweitert auch das Potenzial“, ist der AMS-Chef überzeugt.

Auch das Arbeitsmarktservice selbst will an der Attraktivität als Arbeitgeber arbeiten. 280 Menschen sind an den vier Standorten beschäftigt. Bei einigen steht die Pensionierung an. „Früher hatten wir auf eine Stelle 20 bis 40 Bewerber, heute eine Handvoll“, so Neuhofer. Schwierigkeiten habe man nicht, aber man wolle vorbeugen. VN-reh

Der AMS-Standort an der Bregenzer Rheinstraße. ams
Der AMS-Standort an der Bregenzer Rheinstraße. ams

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