ÖBB-Rahmenplan: Vorarlberg bekommt am wenigsten

Markt / 30.10.2023 • 17:40 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
ÖBB-Rahmenplan: Vorarlberg bekommt am wenigsten
Am Montag stellten Leonore Gewessler und Andreas Matthä den neuen ÖBB-Rahmenplan vor. ÖBB, Canva, VN

Landesrat Daniel Zadra sieht in der aktuellen Planung dennoch viel Positives.

Wien, Bregenz Die ÖBB hat am Montag seinen Rahmenplan für die Jahre 2024 bis 2029 bekannt gegeben. Er sieht Investitionen in Höhe von 21,1 Milliarden Euro vor und ist damit um 2,1 Milliarden Euro höher als der Rahmenplan von 2023 bis 2028. Das Geld fließt unter anderem in den Semmering-, den Koralm- und den Brennertunnel sowie in neue Bahnhöfe und in die Modernisierung von Zugstrecken. Für neue Projekte gebe es 1,5 Milliarden Euro, der Rest der Erhöhung seien Kostensteigerungen, sagte Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) bei einer Pressekonferenz in Wien. Für Vorarlberg bleibt allerdings nur ein äußerst kleiner Teil des Kuchens.

Mit 598 Millionen Euro liegt das geplante Investitionsvolumen in Vorarlberg als einzigem Bundesland unter der Grenze von einer Milliarde Euro. Mit 113 Millionen Euro ist das meiste Geld für die Modernisierung der Strecke Feldkirch – Buchs eingeplant. Gefolgt von der zweigleisigen Ausfahrt Bludenz Richtung Arlberg (47 Millionen). Weitere Maßnahmen sind eine Geschwindigkeitsanhebung im Arlbergtunnel, Arbeiten an der Strecke zwischen Wald am Arlberg und Dalaas im Bereich Löcherwald sowie Umbauten an verschiedenen Bahnhöfen wie Bregenz, Bregenz Hafen, Wolfurt und Götzis.

Die Arlbergbahnstrecke soll schneller werden. <span class="copyright">ÖBB</span>
Die Arlbergbahnstrecke soll schneller werden. ÖBB

Zadra sieht es positiv

Vorarlbergs Mobilitätslandesrat Daniel Zadra sieht den Rahmenplan dennoch sehr positiv. “Wir brauchen in Vorarlberg noch mehr, allerdings ist es auch aus unserer Sicht zu begrüßen, wenn in den anderen Bundesländern investiert wird”, sagte er den VN. Beispielsweise sei ein Ausbau der Weststrecke auch für die Vorarlberger von Vorteil. “Da müssen wir das Kirchturmdenken beiseitelassen.”

Vorarlbergs Mobilitätslandesrat Daniel Zadra bewertet den Rahmenplan positiv. <span class="copyright">Hartinger</span>
Vorarlbergs Mobilitätslandesrat Daniel Zadra bewertet den Rahmenplan positiv. Hartinger

Zadra verweist darauf, dass es in Vorarlberg ein kleineres Schienennetz gebe und schließlich ein Großprojekt weggefallen sei. Das S-Bahn-Projekt “FL.A.CH” sollte Liechtenstein, die Schweiz und Vorarlberg besser miteinander verbinden. Doch die Liechtensteiner Bevölkerung hatte dagegen gestimmt.

ÖBB-Rahmenplan: Vorarlberg bekommt am wenigsten
Diese Projekte sollen in Vorarlberg vorangetrieben werden. ÖBB

Zufrieden blickt der Landesrat auf die Investitionen am Klosterberg. Vorziehen möchte er aber noch ein anderes Projekt, das im Rahmenplan bisher keine Erwähnung findet: den zweigleisigen Ausbau der Strecke Hard-Fußach-Lustenau in die Schweiz. Hier herrsche unter den Bürgermeistern größtenteils Einigkeit. Zudem betont Zadra, dass es sich insgesamt um eine Rekordsumme für die Mobilität der Zukunft handle. Und es endlich auch die Finanzierung gebe, die es brauche.

Auch der Umbau des Bregenzer Bahnhofs ist im Rahmenplan erfasst. <span class="copyright">VN/Steurer </span>
Auch der Umbau des Bregenzer Bahnhofs ist im Rahmenplan erfasst. VN/Steurer
Bahnarbeiten im Löcherwald werden fortgesetzt. <span class="copyright">ÖBB</span>
Bahnarbeiten im Löcherwald werden fortgesetzt. ÖBB

Meilenstein der Verkehrswende

Österreichweit setzen sich die Investitionen des ÖBB-Rahmenplans 2024-2029 folgendermaßen zusammen: Bahnhofsumbauten, Terminals und sonstige Streckenneu- und -ausbauten (5,6 Milliarden Euro), Reinvestitionen inklusive Park & Ride und Lärmschutz (5,4 Milliarden Euro), Elektrifizierung und Streckenattraktivierung (2,8 Milliarden Euro), Brenner Basistunnel inklusive Brenner Nordzulauf (2,6 Milliarden Euro), Sicherheit und Betriebsführungssysteme (2,4 Milliarden Euro) sowie Koralmbahn und Semmering-Basistunnel (2,3 Milliarden Euro).

Der ÖBB-Vorstandsvorsitzende Andreas Matthä und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) präsentierten am Montag den neuen ÖBB-Rahmenplan. <span class="copyright">APA/ROLAND SCHLAGER</span>
Der ÖBB-Vorstandsvorsitzende Andreas Matthä und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) präsentierten am Montag den neuen ÖBB-Rahmenplan. APA/ROLAND SCHLAGER

“Mit dem Rahmenplan sichern wir das Bahnausbauprogramm nachhaltig ab”, sagte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. “21,1 Milliarden Euro für den Umbau unseres Landes. Für neue Bahnhöfe, moderne Zugstrecken und schnellere Verbindungen – ein Upgrade für den öffentlichen Verkehr in Österreich.” Damit sei dieser Rahmenplan ein unverzichtbarer Meilenstein auf dem Weg zur Verkehrswende.

ÖBB-Rahmenplan: Vorarlberg bekommt am wenigsten
Eine Gesamtübersicht aller geplanter ÖBB-Investitionen in Österreich. ÖBB
Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) bei der Pressekonferenz in Wien. <span class="copyright">APA/ROLAND SCHLAGER</span>
Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) bei der Pressekonferenz in Wien. APA/ROLAND SCHLAGER

ÖBB-Chef Andreas Matthä verwies auf das “herausfordernde wirtschaftliche Umfeld” inklusiver hoher Inflation. “Dennoch ist es gelungen, die Finanzierung der bisherigen Ausbauprojekte zu sichern”, sagte Matthä. Man werde durch “den Ausbau der steigenden Nachfrage gerecht” und sei auch “ein stabiler Partner der Wirtschaft”. Mit dem neuen Rahmenplan wurden laut ÖBB auch Anpassungen im Zeitplan einzelner Projekte vorgenommen.

Ausgewählte Projekte für die Zeit von 2024 und 2029.
Ausgewählte Projekte für die Zeit von 2024 und 2029.

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