Cyberangriff auf Rhomberg Bau: “Man rechnet nicht damit, dass es einen selbst trifft”

Nach Attacke auf IT-Systeme arbeiten einige Geschäftsbereiche im Notbetrieb. Ermittlungen laufen.
Bregenz Cyberangriffe zählen mittlerweile zu den größten operativen und finanziellen Risiken für Unternehmen. Die Zahl der Attacken steigt von Jahr zu Jahr weiter an. Dabei geraten längst nicht mehr nur große Konzerne ins Visier von Cyberkriminellen, sondern zunehmend auch kleine und mittlere Unternehmen.
Jüngstes Beispiel in Vorarlberg ist Rhomberg Bau. Das Bregenzer Unternehmen wurde Anfang dieser Woche Ziel eines Cyberangriffs. Unbekannte Täter drangen in das Firmennetzwerk ein. Um weitere Angriffe zu verhindern, wurden die Systeme vorsorglich komplett vom Netz genommen.

Keine Auswirkungen auf Bau und Bahn
Betroffen sind nach Angaben von Matthias Moosbrugger, Geschäftsführer der Rhomberg Bau Holding, vor allem die IT-Systeme in den Bereichen Buchhaltung und Kalkulation. “Der operative Betrieb auf den Baustellen läuft zum Glück ohne Einschränkungen weiter. Auch die Bahnsparte Rhomberg Sersa Rail ist nicht betroffen.”

Wie hoch der entstandene Schaden ist, lasse sich derzeit noch nicht beziffern. “Wichtig ist, dass wir arbeitsfähig sind. Programme wie E-Mail funktionieren, Mitarbeiter arbeiten aktuell im Homeoffice, weil wir derzeit keine Internetverbindung am Standort haben”, sagt Moosbrugger.
Und auch wenn man immer wieder von Cyberangriffen lese oder höre, “rechnet man letztlich nicht damit, dass es einen selbst trifft.”

Strafanzeige erstattet
Rhomberg Bau hat Strafanzeige erstattet und den Vorfall zudem der Datenschutzbehörde gemeldet. Die Ermittlungen laufen. Zu den konkreten Forderungen der Cyberkriminellen dürfe man aus ermittlungstaktischen Gründen keine Details nennen. “Wir wissen aktuell auch nicht, wer hinter dem Angriff steckt”, sagt Moosbrugger zu den VN.
Wie lange der in Teilbereichen praktizierte Notbetrieb noch andauern wird, lasse sich derzeit ebenfalls nicht abschätzen. “Wir arbeiten mit Hochdruck daran, alle Probleme zu beheben. Dennoch kann es bei der Bearbeitung von Aufgaben oder der Beantwortung von Anfragen zu Verzögerungen kommen. Hier bitten wir um Verständnis.”