Wie Beruf und Familie unter einen Hut gebracht werden können

Markt_N / 12.10.2021 • 05:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie Beruf und Familie unter einen Hut gebracht werden können
Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll das vorhandene Kinderbetreuungsangebot ausgebaut werden, wünscht sich die Mehrheit der Vorarlberger.  VN/Paulitsch (symbolbild)

Industriellenvereinigung sieht sich nach Umfrage in ihrer Forderung bestätigt.

Lustenau Mit schöner Regelmäßigkeit sorgt das Kinderbetreuungsangebot für Diskussionsstoff, vor allem im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aktuell kommt eine repräsentative Umfrage der Industriellenvereinigung Vorarlberg (IV) zu dem Schluss, dass sich die Bevölkerung einen weiteren Ausbau an Betreuungsplätzen erwartet. Laut der vom IMAD-Institut durchgeführten Erhebung waren zwei von drei Befragten der Meinung, dass für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf das vorhandene Kinderbetreuungsangebot ausgebaut werden muss. In der Altersklasse der 26- bis 39-Jährigen erachteten sogar acht von zehn Befragten, das waren 79 Prozent, diese Notwendigkeit als gegeben. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung votierten 66 Prozent mit einem klaren Ja. Befragt wurden insgesamt 500 Personen.

Politik am Zug

Damit sehen sich IV-Präsident Martin Ohneberg und die Vorsitzende der Jungen Industrie Vorarlberg, Katharina Rhomberg-Shebl, in ihrer langjährigen Forderung bestätigt. Was die Lösung des Problems betrifft, spielt Ohneberg den Ball der Politik zu, schließlich liege die Umsetzungskompetenz hauptsächlich beim Land: „Die Bevölkerung erwartet sich einen Ausbau des Kinderbetreuungsangebots. Es braucht deshalb deutlich mehr Tempo bei der Umsetzung des neuen und überfälligen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes“, verlangt der Industriellen-Präsident. Das Gesetz müsse allerdings entsprechend ambitioniert sein und jungen Eltern in Zukunft früher einen vollen Wiedereinstieg in das Berufsleben ermöglichen, damit es dem Auftrag der Bevölkerung gerecht werden könne. Das neue Gesetz, dessen Festschreibung sich schon länger verzögert, soll der Kinderbetreuung in Vorarlberg einen zeitgemäßen Rahmen geben.

Profit für Kinder und Eltern

Von einer Verbesserung der Kinderbetreuung würden sowohl die Kinder durch mehr Chancengerechtigkeit als auch die Eltern durch mehr Wahlfreiheit profitieren. Nach Ansicht von Katharina Rhomberg-Shebl würde sich das Fortschreiben einer zukunftsfähigen Kinderbetreuung auch gut in den gerade stattfindenden Markenprozess des Landes einreihen: „Vorarlberg möchte bis 2035 der chancenreichste Lebensraum für Kinder sein. Das ist eine große und gute Vision, muss aber mit Leben gefüllt werden und erfordert einiges an Tempo – gerade bei der Kinderbetreuung“, betont Rhomberg-Shebl.

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