Berührender Abschied von Jacintha Saldanha

Menschen / 16.12.2012 • 22:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Junal und Lisha mit ihrem Vater Benedict Barboza bei der Trauerfeier in der Westminster Abbey. Foto: REUTERS
Junal und Lisha mit ihrem Vater Benedict Barboza bei der Trauerfeier in der Westminster Abbey. Foto: REUTERS

Heute wird Kates Krankenschwester in ihrer indischen Heimatstadt beerdigt.

London, Mangalore. Nach dem Selbstmord der Krankenschwester Jacintha Saldanha, die einen Scherz­anruf im Krankenhaus an die schwangere Kate weitergeleitet hatte, haben Angehörige und Freunde in London Abschied von ihr genommen. „Wir sind am Ende unserer Kräfte, da ist eine unfüllbare Leere in unserem Leben“, sagten Saldanhas Kinder am Samstag in der Westminster-Kathedrale. Das Krankenhaus wehrte sich derweil gegen Vorwürfe, die Saldanha Medienberichten zufolge in einem ihrer drei Abschiedsbriefe gegen sie erhoben haben soll. Die Klinikleitung habe ihr wiederholt versichert, dass ihr keinerlei Konsequenzen drohten.

Saldanha hatte sich vor gut einer Woche erhängt. Sie war auf einen Scherzanruf eines australischen Radiosenders in ihrem Krankenhaus hereingefallen war. Die 46-Jährige hatte dabei versehentlich mit dafür gesorgt, dass die Moderatoren Auskünfte über den Zustand der schwangeren Kate erhielten. „Du hast unermüdlich gearbeitet, um uns alles zu geben, was wir heute haben“, sagten die 14-jährige Lisha und der 16-jährige Junal in einer gemeinsamen Ansprache. Auch Saldanhas Ehemann Benedict Barboza ergriff das Wort: „Du warst mein Licht in der Dunkelheit. Du hast mir immer den Weg nach vorn gewiesen“, sagte er. „Ich werde unser 19-jähriges Zusammensein, das geprägt war von einer starken Verbindung aus Zuneigung und Verständnis, für immer in Ehren halten.“ Der 49-Jährige bedankte sich für die Unterstützung nach dem Suizid seiner Frau, unter anderem bei Prinz William und Kate „für ihren tröstenden Zuspruch“.

Saldanha soll nach Angaben eines Verwandten heute in ihrer Heimatstadt Shirva im Südwesten Indiens beerdigt werden. Dort war die 46-Jährige aufgewachsen. Der Sarg mit ihrem Leichnam kam am Sonntag in Mangalore an.