Tonto, ein Diener der guten Sache

Menschen / 06.08.2013 • 20:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
An der Seite von Armie Hammer (r.) in der Rolle des John Reid (Lone Ranger) spielt Johnny Depp (l.) den schlauen Indianer Tonto. Foto: Disney
An der Seite von Armie Hammer (r.) in der Rolle des John Reid (Lone Ranger) spielt Johnny Depp (l.) den schlauen Indianer Tonto. Foto: Disney

In „Lone Ranger“ spielt Johnny Depp den schlauen Indianer Tonto.

Berlin. (lh) Ab 1933 hatte die Radiostation WXYZ in Detroit ihren großen Hit. Das war, als der „Lone Ranger“, der aufrechteste aller Gesetzeshüter, mit schwarzer Maske und weißem Pferd durch den Äther zu reiten begann. 1950 folgte eine TV-Version. Jetzt, mehr als 60 Jahre danach, laufen diese Folgen wieder über die US-Bildschirme. Erstmals gibt es den „Lone Ranger“ nun auch in den Kinos. An seiner Seite: der schlaue Indianer Tonto. Johnny Depp (50) spielt Tonto, kam zur Berliner Premiere und plauderte im Hotel Adlon und auf dem Roten Teppich über …

. . . die teilweisen Verrisse von „Lone Ranger“ in Amerika: „Ich könnte mit Ihnen jetzt lange über US-Filmkritiker reden. Das wären lange Abhandlungen. Aber sie sind mir wurscht. Nicht wurscht sind mir meine Kinder. Lilly-Rose und der elfjährige Jack waren begeistert und haben nach zehn Minuten vergessen, dass ich hinter der Maske von Tonto stecke.“

. . . diese Maske: „Der Gedanke an Tonto hatte mich lange nicht losgelassen. Als ich ‚Rum Diary‘ drehte, sah ich im Internet das Bild eines alten indianischen Kriegers, mit schwarzen Streifen im Gesicht, die dieses in vier Teile teilten. Das hat mich fasziniert. Ich stellte mir vor, was alles hinter dieser Vierteilung stecken würde. Auf dem Bild flog hinter dem Kopf des Indianers eine Krähe. Es sah aus, als ob sie auf seinem Kopf sitzen würde! Das war es: Ich wollte nicht, wie die meisten Indianer, ein paar Federn auf dem Kopf haben, sondern einen ganzen – toten – Vogel. Ich ließ mich von einem Top-Maskenbildner auf Tonto schminken und fotografieren. Das Material schickte ich an den Produzenten. Der übergab es Disney. Dort sagten sie nur: Johnny Depp. Das bedeutete: gekauft!“

. . . den Vergleich von Tonto mit Jack Sparrow: „Jeder meiner Charaktere entsteht in meinem unglückseligen Gehirn. Jack Sparrow wollten sie bei Disney übrigens anfangs gar nicht. Gut Ding braucht eben Weile. Aber ich kann Ihnen einen wesentlichen Unterschied zwischen Tonto und Jack nennen: Jack ist ein Zappler und Manipulator. Er braucht immer jemanden, den er manipulieren kann. Tonto hingegen ist ein Diener. Ein Diener der guten Sache. Aber: Ich liebe Jack Sparrow heiß, habe sein Kostüm oft in meinem Gepäck und verkleide mich dann für Besuche in Kinderkrankenhäusern. Wenn Sie also irgendwo auf der Welt einen sehen, der wie Jack Sparrow aussieht: Das bin ich.

. . . sein Indianerblut: „Meine Urgroßmutter war eine Cherokee. Alte Indianer, die bei den Aufnahmen dabei waren, wollen sie noch gekannt haben, und sie redeten mir ein, manchmal hätte ich ein Gehabe wie sie. Ich war immer stolz auf diese Abstammung, und es war mir daher ein Anliegen, mit der Gestaltung des Tonto den Ureinwohnern der USA und ihren Nachfahren das zurückzugeben, was ihnen US-Regierung und US-Army einst genommen hatten: ihre Würde. Der Film war für mich auch eine großartige Möglichkeit, zumindest ein bisschen gegen Klischees anzukämpfen.“