Jackson-Arzt soll aus Haft entlassen werden

Menschen / 27.10.2013 • 22:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Conrad Murray soll heute freikommen – Haftverkürzungen sind in Kalifornien bei guter Führung üblich.

Los Angeles. Michael Jacksons Familie hätte den früheren Leibarzt des „King of Pop“ gerne länger hinter Gittern gesehen. Seit dem Tod des Sängers im Juni 2009 stellten die Angehörigen wiederholt klar, dass der Herzspezialist Conrad Murray in ihren Augen eine härtere Strafe verdient habe. Er hätte wegen Mordes angeklagt werden sollen, sagte Patriarch Joe Jackson 2010. Nach zwei Jahren im Männergefängnis von Los Angeles steht nun die Freilassung des 60-jährigen Mediziners bevor.

Murray habe bei guter Führung die vorgeschriebene Zeit abgesessen, sagte seine Anwältin Valerie Wass. Sie erwarte, dass er am heutigen Montag entlassen werde. Nach einem Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung war der Kardiologe im November 2011 zur Höchststrafe von vier Jahren Haft verurteilt worden. Bei guter Führung sind in Kalifornien Haftverkürzungen üblich.

Sie sei mit Interviewanfragen für Murray aus aller Welt bombardiert worden, sagte Wass. Wann sich der Arzt erstmals nach seiner Freilassung öffentlich äußern werde, sei noch nicht klar. Murray werde weiter vor einem Berufungsgericht um die Aufhebung des früheren Schuldspruchs gegen ihn kämpfen. Zudem wolle er sich darum bemühen, wieder als Arzt praktizieren zu dürfen, erklärte Wass. Die Behörden in Kalifornien hatten Murrays Zulassung nach dem Schuldspruch aufgehoben. Auch in Texas, wo der Kardiologe vor seiner Anstellung bei Jackson Patienten hatte, darf er nicht mehr arbeiten.

„Zeit mit Familie“

„Zeit mit seiner Familie verbringen“ sei für Murray nach seiner Freilassung das Wichtigste. Der Arzt ist Vater mehrerer Kinder, das jüngste vier Jahre alt. Der Mediziner aus dem Inselstaat Grenada, der in den USA studierte, galt vor seiner Anstellung als Leibarzt von Michael Jackson als angesehener Herzspezialist. Ehemalige Patienten beschrieben ihn als gewissenhaft, warmherzig und fürsorglich.

Murray und der Sänger lernten sich 2006 in Las Vegas kennen. Der Arzt behandelte damals eines der Kinder von Jackson. Im Mai 2009 folgte er dem Megastar nach Los Angeles. Dort sollte er Jackson für eine bevorstehende Konzertreihe in London fit machen und auf dessen Gesundheit achten. Doch bereits wenige Wochen später, am 25. Juni, starb Jackson.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.