„Der letzte Bulle“ und neue Herausforderungen

Menschen / 11.08.2014 • 22:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Henning Baum mit Schauspielerin Kate Walsh bei der Romy-Gala im Vorjahr in der Wiener Hofburg. Foto: APA
Henning Baum mit Schauspielerin Kate Walsh bei der Romy-Gala im Vorjahr in der Wiener Hofburg. Foto: APA

Schauspieler Henning Baum im Gespräch mit den Vorarlberger Nachrichten.

München. (VN-lh) Noch immer laufen Wiederholungen der Serie „Der letzte Bulle“, doch neue Folgen wird es nicht geben. Henning Baum wendet sich Neuem zu. So hat er eben für Disneys Animationsfilm „Planes 2 – Immer im Einsatz“ den Rettungshubschrauber Blade Ranger synchronisiert. Auf die Bildschirme kommt er noch heuer als „Götz von Berlichingen“.

Haben Sie je zuvor einen Animationsfilm synchronisiert?

Baum: Nein, nie! Dieses Angebot kam von den Machern, also von der Firma Disney, und da ein solches Unternehmen immer gut geplant ist, werden die sicher gewusst haben, warum sie mich auswählten. Ich habe zunächst auch gar nicht gewusst, dass im Original ein Kaliber wie Ed Harris diese Rolle spricht. So gesehen war es eine besondere Ehre für mich.

Wie haben Sie sich dieser Aufgabe angenähert?

Baum: Ich dachte: Ich habe sie dann gut erledigt, wenn kein Zuschauer auf die Idee kommt, sich über den Sprecher Gedanken zu machen, sich gar nicht erst fragt, welcher Schauspieler dahintersteckt.

Wie war es für Sie, ein Hubschrauber „zu sein“?

Baum: Ein Hubschrauber ist eine vielfach komplexere Maschine als ein normales, gewöhnliches Flugzeug, das halt nur Tragflächen hat. Insofern war es eine sehr große Herausforderung, denn auch der Charakter ist komplexer. Blade Ranger ist eigentlich eine gebrochene Figur, die eine Vergangenheit als TV-Star hatte. Er führt seine Truppe nun mit Augenmaß. Entsprechend streng ist er mit unserem Haupthelden Dusty, der in seinen Augen etwas zu viel Selbstbewusstsein entwickelt und daher etwas ausgebremst werden muss.

Die Filmfigur Blade Ranger hat im Leben eine zweite Chance bekommen. Henning Baum auch?

Baum: Manchmal sogar eine dritte oder vierte. Wie jeder machte und mache ich schließlich Fehler.

Sehen Sie sich in den Charakteren des Blade Ranger oder des „letzten Bullen“ als Held?

Baum: Helden, das sind diese überhöhten Figuren, die sich für die Allgemeinheit opfern. So tragische Charaktere kommen heute kaum mehr vor. In den genannten Rollen stehe ich für Entscheidungsstärke, daran geht man nicht notwendigerweise zugrunde.

Gab es Situationen, in denen Sie privat Mut beweisen mussten?

Baum: Sagen wir: Entschlossenheit. Nicht feige zu sein. Doch bei aller Kühnheit habe ich immer versucht, abzuwägen, welche Handlungsweise zum besten Ergebnis führt.

Welche Fehler haben Sie?

Baum: Dass ich durch mein Temperament manchmal dazu neige, eine gewisse Schärfe in die Kommunikation zu bringen. Das ist nicht immer nötig, und dadurch habe ich vielleicht Leute verstört, weil ich die Wirkung unterschätzt habe.

Im Gegensatz zu Blade Ranger sind Sie kein Ex-TV-Star, sondern stehen in der Blüte Ihres Schaffens. Ist der „Letzte Bulle“ wirklich zu Ende?

Baum: Wie ich es sehe, ist er am Meer angekommen und blickt auf den Horizont. Alle Dinge, die zu klären waren, sind geklärt, alle Fäden, in die er verstrickt war, hat er aufgelöst.

Demnächst kommen Sie als „Götz von Berlichingen“ auf die Bildschirme. Was darf man von dieser TV-Inszenierung erwarten?

Baum: Die Erzählung orientiert sich an Johann Wolfgang von Goethe, aber natürlich ist sie mit Action gespickt. Der Konflikt, den Götz durchmacht, wird drastisch sichtbar gemacht. Sehr drastisch.

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