Hollywoods traurigster Komiker wählt Freitod

Menschen / 12.08.2014 • 21:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Williams letzter Tweet galt seiner Tochter Zelda zum 25. Geburtstag.
Williams letzter Tweet galt seiner Tochter Zelda zum 25. Geburtstag.

Schauspieler Robin Williams (63) hinterlässt neben seiner Frau drei Kinder.

San Francisco. Robin Williams, der König der Komödianten und Oscar-Preisträger, ist tot. Er wurde am Montag (Ortszeit) von seinem Assisten leblos in seinem Haus in Tiburon in der Bucht von San Francisco aufgefunden. Nach Angaben der Polizei erhängte sich der beliebte Schauspieler. Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es keine. Williams war 63 Jahre alt.

Alkohol, Drogen, Depressionen

Es war seit einiger Zeit bekannt, dass der 1997 zum „lustigsten Mann der Welt“ gekürte Schauspieler mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen hatte. In den zurückliegenden Wochen hatte Williams laut seiner Sprecherin Mara Buxbaum mit schweren Depressionen zu kämpfen. Erst im Juli hatte er angekündigt, sich wegen seiner Alkoholsucht einem speziellen Programm unterziehen zu wollen.

Williams betrat bereits in den 70er-Jahren die Film- und vor allem die Comedy-Szene.Aber da waren die Dämonen Alkohol und Drogen, die Williams in seiner Stand-up-Comedy auch unverhohlen ansprach. „Kokain ist Gottes Art dir mitzuteilen, dass du zu viel Geld verdienst“, sagte er schon Anfang der 1980er-Jahre.

Angehörige und Weggefährten zeigten sich über seinen plötzlichen Tod bestürzt. „Heute Morgen habe ich meinen Ehemann und meinen besten Freund verloren, und die Welt einen ihrer beliebtesten Künstler und wunderschönsten Menschen. Mein Herz ist total gebrochen“, sagte seine Frau Susan Schneider. Williams’ Markenzeichen war seine scheinbar grenzenlose künstlerische Wandlungsfähigkeit. Mal legte er fulminante Sketche hin, dann wieder launige Imitationen unterschiedlicher Stars, überzeugte aber auch mit nachdenklichen Filmrollen.

Als Außerirdischer feierte Williams in der TV-Sitcom „Mork vom Ork“ in den späten 1970er-Jahren seinen Durchbruch. Die Rolle als witziger und unangepasster Radiomoderator in „Good Morning, Vietnam“ brachte ihm 1988 einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller ein. Das Gleiche glückte ihm mit der Darbietung des ebenso humorvollen wie zupackenden Kindermädchens „Mrs. Doubtfire“ im gleichnamigen Kassenschlager und mit seiner Darbietung in „König der Fischer“. Doch sollte es die ernstere Rolle des einfühlsamen Therapeuten Sean Maguire in „Good Will Hunting“ sein, die Williams 1998 einen Oscar bescherte. Zu schweren Filmstoffen mit dem Hollywoodstar in der Hauptrolle gehören zudem „Der Club der toten Dichter“, „Hinter dem Horizont“ und „Zeit des Erwachens“. In seinem Element war der untersetzte Williams aus Sicht vieler Kritiker jedoch im Stand-Up-Comedy-Metier. Laut, quirlig und zuweilen manisch parodierte er jeden, von John Wayne bis Keith Richards oder auch russische Einwanderer.

In den 1970er- und 1980er- Jahren räumte er Drogen- und Alkoholprobleme ein. Danach hatte er seine Sucht 20 Jahre lang im Griff, bekannte jedoch 2006, dass er wieder trinke und begab sich in Therapie.

Als Kind schüchtern

Williams wurde 1951 in Chicago geboren. Als Kind sei er schüchtern gewesen, erinnerte sich der Schauspieler einmal. Doch habe seine Mutter ihn schon damals zum Lachen gebracht, indem sie seine Großmutter parodiert habe. In der High School kam Williams dann aus sich heraus, als er einer Schauspielgruppe beitrat. Schließlich wurde er in die renommierte Schauspielschule Juilliard Academy aufgenommen, wo er unter anderem mit Christopher Reeve studierte. Neben seiner Frau Susan hinterlässt Williams drei Kinder: Seine 25 Jahre alte Tochter Zelda und die 31 und 19 Jahre alten Söhne Zachary und Cody. „Wenn seiner gedacht wird, hoffen wir, dass das Augenmerk nicht auf Robins Tod liegt, sondern auf den Momenten der Freude und des Gelächters, die er Millionen bereitet hat“, sagte seine Frau.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.