Personal der Queen ist unzufrieden

Menschen / 01.04.2015 • 21:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Personal auf Schloss Windsor will keine Zusatzaufgaben mehr entgeltlos übernehmen. Rts
Das Personal auf Schloss Windsor will keine Zusatzaufgaben mehr entgeltlos übernehmen. Rts

London. Steht der Queen und den Royals Ärger mit dem Personal ins Haus? Die Angestellten auf Schloss Windsor wollen mehr Geld und stimmen seit Dienstag über einen Arbeitskampf ab. „Die Stimmung geht sehr stark in Richtung Handeln, deswegen glauben wir, dass die Angestellten dafür stimmen“, sagte ein Sprecher der zuständigen Gewerkschaft. Gestreikt werde allerdings nicht. Etwa 120 der 200 Angestellten sind in der Gewerkschaft organisiert, sie stimmen bis 14. April ab.

Der Plan sei, Ende April keine unbezahlten Extra-Aufgaben mehr zu übernehmen, wie es derzeit üblich sei – etwa Besucher herumzuführen oder zu übersetzen. Es wäre das erste Mal, dass die Angestellten des königlichen Haushalts ihre Arbeitgeber so unter Druck setzen.

Die Angestellten sind unzufrieden, weil sie für diese Extras nicht bezahlt werden, sie dem königlichen Haushalt damit aber Einnahmen bescheren – schließlich zahlen die Besucher für Führungen Geld.

Arbeitskampf droht

Der Zeitpunkt ist clever gewählt: In Großbritannien tobt der Parlamentswahlkampf, und Löhne sind ein Thema. Der Arbeitskampf würde Königin Elizabeth II. rund um ihren 89. Geburtstag am 21. April und die Geburt des zweiten Kindes von Prinz William und Kate treffen, die ebenfalls in der zweiten Aprilhälfte erwartet wird. Alle Welt schaut dann auf die Royals. Als knauseriger Arbeitgeber dazustehen, kommt da nicht gelegen.

Obwohl das britische Königshaus ohnehin unter Knauser-Verdacht steht: Kürzlich suchte Elizabeth II.­ einen Chauffeur. Sieben Tage die Woche sollte der für Ihre Majestät bereitstehen, aber nur 23.000 Pfund brutto pro Jahr kriegen. Und damit wäre die Arbeit noch besser bezahlt als etwa die der Haushaltshilfe für den Buckingham-Palast, die derzeit gesucht wird. Exakt 14.513 Pfund und 16 Pence pro Jahr sind das Einstiegsgehalt, abzüglich Wohngeld. Für 40 Stunden Arbeit pro Woche, Montag bis Sonntag. Das sind umgerechnet nicht einmal 20.000 Euro im teuren London.