Niemals dem Sog von Hollywood verfallen

Menschen / 16.07.2015 • 22:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Aktuell ist Donald Sutherland in „Die Tribute von Panem - Mockingjay 2“ im Kino zu sehen. Foto: AP
Aktuell ist Donald Sutherland in „Die Tribute von Panem – Mockingjay 2“ im Kino zu sehen. Foto: AP

Der Schauspieler Donald Sutherland feiert heute seinen 80. Geburtstag.

new york, Québéc. Das Alter lässt sich nicht verleugnen. Donald Sutherland ist schlohweiß geworden, die Zwei-Meter-Figur leicht gebeugt. Aber seine Augen funkeln, und das Filmportal IMDb verrät, dass Sutherland unermüdlich weiter dreht. Wenigstens drei neue Filme mit der Hollywoodlegende kommen demnächst in die Kinos, darunter „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“ mit ihm als Präsident Coriolanus Snow. Zwischendurch ist ein Familienfest angesagt. Der Filmstar und fünffache Vater wird heute 80 Jahre alt.

Hollywood widerstanden

Anders als viele seiner Kollegen hat Sutherland privat dem Sog von Hollywood widerstanden. Der gebürtige Kanadier lebt auch nach mehr als fünf Jahrzehnten Filmkarriere noch in der Heimat. Mit seiner dritten Ehefrau Francine Racette zog er sich in den einsamen Osten der Provinz Québéc zurück. Das Paar hat drei gemeinsame Söhne, Rossif (36), Roeg (41) und Angus (32). Kiefer (48), der bekannteste Spross des Sutherland-Klans und erfolgreich wie der Vater, sowie seine Zwillingsschwester Rachel stammen aus einer früheren Ehe.

Große Wandlungsfähigkeit

Was den Senior auszeichnet, ist vor allem seine Wandlungsfähigkeit. Er hat das Talent, den unterschiedlichsten Rollen seinen Stempel aufzusetzen. Der Kriegsklassiker „Das dreckige Dutzend“ war sein erster internationaler Erfolg. Zur gleichen Zeit stand er für die leichte Komödie „Die französische Revolution fand nicht statt“ vor der Kamera. Den Durchbruch brachte ihm die Rolle des respektlosen Arztes Hawkeye Pierce in Robert Altmans Militär-Satire „M.A.S.H“. Ein Jahr darauf brillierte er als Privatdetektiv in Alan J. Pakulas Psychothriller „Klute“ an der Seite von Jane Fonda (77). Sie gewann einen Oscar, Sutherland ging leer aus. Allerdings nicht ganz, denn die beiden Stars wurden auch privat ein Liebespaar und engagierten sich gemeinsam gegen den Vietnamkrieg.

Später schrieb Sutherland mit der Rolle eines trauernden Kunstrestaurators in Nicolas Roegs subtilem Horrorfilm „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ ein Stück Filmgeschichte.

Sutherland arbeitete unter legendären Regisseuren wie Claude Chabrol und Louis Malle, Ken Russell und Nicolas Roeg, John Schlesinger und Werner Herzog. Dabei hatte er ursprünglich eine ganz Laufbahn als Ingenieur eingeschlagen. Doch sein Auftritt auf einer Studentenbühne in Toronto machte Kritiker aufmerksam. Sie drängten ihn, die Technik an den Nagel zu hängen. Donald hielt durch, bestand alle Prüfungen und ging erst dann zur Schauspielerei über.