Ein knurriger Kommissar machte ihn zum Star

05.10.2015 • 20:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Henning Mankell hatte seine Krankheit in der erst kürzlich erschienenen Autobiografie „Treibsand“ verarbeitet.
Henning Mankell hatte seine Krankheit in der erst kürzlich erschienenen Autobiografie „Treibsand“ verarbeitet.

Der schwedische Krimi-Autor Henning Mankell ist im Alter von 67 Jahren an Krebs gestorben.

Stockholm. Kommissar Kurt Wallander machte ihn berühmt. Einen Roman nach dem anderen schrieb der schwedische Krimi-Autor Henning Mankell über den mürrischen Ermittler aus Ystad. Kaum gedruckt, rissen ihm Leser auf der ganzen Welt die Geschichten gierig aus den Händen. Am Montag ist Mankell, schwer krebskrank, im Alter von 67 Jahren in Göteborg gestorben. „Wäre die schwedische Kriminalliteratur ein Reich, dann hätte Henning Mankell Präsident sein sollen“, sagte sein Schriftsteller-Kollege Håkan Nesser.

Mehr als 15 Millionen Wallander-Bücher verkaufte Mankell allein im deutschsprachigen Raum. Seine Werke wurden in 40 Sprachen übersetzt, weltweit setzte der Handel über 40 Millionen Mankell-Bücher ab, davon der Großteil Wallander-Krimis. Ein Bestseller nach dem anderen – von „Mörder ohne Gesicht“ bis „Mittsommermord“ – wurde verfilmt. Schauspieler Krister Henriksson, TV-Darsteller des Kommissars Wallander, sagte am Montag der Zeitung „Expressen“: „Ich fühle einfach eine große, unendliche Leere. Weil Henning einen großen Platz in meinem Leben einnahm. Wir waren sehr, sehr gute Freunde. Henning war ein großartiger Schriftsteller, jeder weiß das. Er war wirklich ein großartiger Mensch.“

Mehr als Krimis

Doch Mankell war mehr als ein rastloser Krimi-Schreiber. Immer war der Schwede mit mehreren Projekten gleichzeitig beschäftigt – schrieb einen neuen Thriller, drehte eine Serie für das schwedische Fernsehen, produzierte ein neues Theaterstück. Neben Skandinavien nannte der gebürtige Stockholmer Afrika seine Heimat. Seit Mitte der 80er-Jahre verbrachte Mankell viel Zeit in Mosambiks Hauptstadt Maputo, arbeitete dort an einem Theater, engagierte sich gegen Armut und Analphabetismus.