„Die beste Zeit ist jetzt“

Menschen / 09.10.2015 • 22:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Jella Haase ist seit Jahren im Geschäft. Doch als Chantal in „Fack Ju Göhte“ hatte sie ihren großen Durchbruch.

Kaufbeuren. (dpa) Als Chantal hat Schauspielerin Jella Haase jetzt schon ein kleines Stückchen Filmgeschichte geschrieben. Der Mega-Erfolg „Fack Ju Göhte“ war für die 22-Jährige aber eigentlich nur ein Ausflug, wie sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur am Set ihres neues Filmes „Nirgendwo“ in Kaufbeuren im Allgäu sagt.

In „Nirgendwo“ geht es um einen jungen Mann, der nicht so richtig weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll und wohin die Reise für ihn geht. Warum wolltest du da mitmachen?

Haase: Ich finde die Geschichte richtig und wichtig für den Zeitpunkt gerade. Es geht um unsere Generation und ich kenne das in meinem Freundeskreis, dass viele Leute sich völlig überfordert fühlen von dieser Masse an Angeboten. Der Zeitgeist der Geschichte hat mich gereizt.

Du sagst, du kennst viele Leute, die sich überfordert fühlen. Geht es dir selbst manchmal auch so?

Haase: Ich hab ja schon ein bisschen meine Bestimmung gefunden oder das, womit ich mich verwirklichen kann. Darum geht es mir eigentlich nicht so. Aber Freunde von mir kommen damit nicht zurecht, sich entscheiden zu müssen. Ein Freund von mir hat mal gesagt, er hat das Gefühl, wenn er eine Tür aufmacht, schließt sich automatisch eine andere. Das führt dann zu einer Stagnation. Dabei finde ich es so wichtig, dass man was ausprobiert, wenn man jung ist. Das ist ja auch die Message vom Film: Die beste Zeit ist jetzt.

Du hast dir die Haare gefärbt. War es wichtig für dich, anders auszusehen als Chantal?

Haase: Natürlich ist das wichtig. Es ist wichtig für jede Rolle, ihr eine Identität zu geben und ein Aussehen. Ich finde, die brünetten Haare passen super zur Rolle. Die ist frech, die ist vorlaut. Ich fand es einfach cool, mich zu verwandeln.

Hast du mal Angst gehabt, die Rolle der Chantal könnte – um im Bild von vorhin zu bleiben – für dich auch andere Türen schließen?

Haase: Nee, ich habe das Glück, dass ich immer wahnsinnig facettenreiche Rollenangebote bekomme. Nach „Fack Ju Göhte“ habe ich schon gesagt, dass ich dagegen anwirken möchte, in eine Schublade gesteckt zu werden. Es ist schon eine bewusste Entscheidung, dass ich jetzt nicht sofort wieder eine Komödie gedreht habe, aber ich bekomme so viele unterschiedliche Dinge angeboten, dass ich eigentlich keine Angst habe, dass ich da stigmatisiert werde. „Fack Ju Göhte“ ist ein toller Film, der unglaublich viel Anklang findet, aber ich drehe ja nun schon seit sieben Jahren und die Komödie war eher ein Ausflug. Ich will nicht sagen, dass ich mir das nie wieder vorstellen könnte, aber im Grunde mache ich andere Dinge und spiele andere Rollenprofile.

Ist „Fack Ju Göhte 3“ ein Thema für dich?

Haase: Da weiß ich nichts drüber. Ich bin jetzt gerade voll in anderen Projekten und bin froh, dass wir „Fack Ju Göhte“ abgedreht und die Promo-Tour abgeschlossen haben.

Was bei der Premiere und auch bei den weiteren Promo-Terminen für „Fack Ju Göhte 2“ los war, übertrifft ja bei Weitem den ersten Teil. Ist das beängstigend?

Haase: Die Premiere in München war schon beängstigend, weil man erstmal völlig überfordert ist mit so einer Menschenmasse, die alle schreien und was von dir wollen. Das hat schon eine andere Dynamik angenommen.