Sarah Connor nahm Flüchtlingsfamilie auf

15.10.2015 • 19:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Eine sechsköpfige Familie aus Aleppo lebt bei der Sängerin.

Berlin. Sängerin Sarah Connor (35) hat eine syrische Flüchtlingsfamilie bei sich zu Hause aufgenommen. Eine 39-jährige Frau aus Aleppo lebe zusammen mit ihren fünf Kindern in der Einliegerwohnung in ihrem Haus, so Connor.

Sie habe eigentlich nicht vorgehabt, dies öffentlich zu machen, schreibt Connor, selbst Mutter von drei Kindern, in einem Essay in der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Doch Boulevardmedien haben es nun getan. Ich maße mir nicht an, ein Vorbild zu sein. Ich kann verstehen, dass nicht jeder Flüchtlinge bei sich aufnehmen kann oder will“, schreibt die in Berlin lebende Musikerin. „Aber was sich jeder erlauben kann, ist, ein bisschen Wärme, Nähe, Trost und Liebe zu spenden, ohne sich fürchten zu müssen.“

Bitte um Privatsphäre

Daher erzähle sie die Geschichte selbst, um die syrischen Flüchtlinge und ihre eigene Familie vor Spekulationen, Gerüchten und womöglich auch Anfeindungen zu schützen. Sie bitte darum, die Privatsphäre der Gastfamilie zu respektieren.

Ihr Mann sei skeptisch gewesen, habe dann aber gesagt: „Lass es uns versuchen.“ Die Bedenken ihrer eigenen Kinder habe sie schnell auflösen können, als sie ihnen erzählte, dass die Flüchtlingskinder aus dem Krieg kämen und „weder ein eigenes Bett noch ein Spielzeug, geschweige denn richtige Kleidung“ besäßen.

Seit mehr als vier Wochen wohne die Frau mit einem Säugling, mit zwei Mädchen im Alter von zwei und vier Jahren sowie elf und 20 Jahre alten Söhnen bei ihnen. „Wir reden mit Händen und Füßen, mit Wörterbüchern und mithilfe einer Übersetzungs-App.“

Nach vielen Ämtergängen hätten die Mädchen Kitaplätze, der Elfjährige gehe in die Schule. Die Mutter bringe frisch gekochtes arabisches Essen zum Probieren. „Wir haben in der kurzen Zeit viel voneinander gelernt“, sagt die Sängerin.