Gerüchteküche brodelt: Wer wird James Bond?

29.07.2016 • 20:10 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

Es wird bereits gemunkelt, wer Coolness und Smoking übernehmen könnte.

London. Wird er dunkelhäutig oder gar weiblich? Die Stelle als James Bond ist zu haben. Fast täglich ploppen in britischen Boulevardblättern Namen auf, welcher Schauspieler dem erfolgreichen Darsteller Daniel Craig – nach seinen vier Einsätzen bei „Casino Royale“, „Ein Quantum Trost“, „Skyfall“ und „Spectre“ – als Geheimagent 007 folgen wird.

Zum ersten Mal ist auch eine weibliche Besetzung als Jane Bond im Gespräch – darunter mit Frauen wie Kristen Stewart („Twilight“), Gillian Anderson („Akte X“) und Megan Fox („Transformers“). Doch die Favoriten bleiben männlich: In diesen Tagen geben die britischen Wettbüros dem 31 Jahre alten Außenseiter James Norton („Rush – Alles für den Sieg“) die besten Chancen. Auch Frauenschwarm Aidan Turner und der gerade zum männlichen „Hintern des Jahres“ gekrönte Tom Hiddleston stehen auf den Hitlisten vorne. Der dunkelhäutige Schauspieler Idris Elba hat mit Starregisseur Steven Spielberg einen prominenten Fan.

Lukratives Angebot

Dabei ist noch nicht einmal klar, ob der bisherige Bond-Darsteller Craig das Angebot von umgerechnet 90 Millionen Euro endgültig abgelehnt hat. „Ich zerschlage lieber dieses Glas und schneide mir die Pulsadern auf“, sagte er zwar im vergangenen Oktober auf die Frage, ob er weiterhin Bond spielen wolle. „Gerade nicht. Mir reicht’s. Das Einzige, was ich machen möchte, ist, es hinter mir zu lassen.“ Doch endgültig festlegen wollte sich Craig nicht.

Nachfolge-Favorit Norton ist noch recht unbekannt im deutschsprachigen Raum. Der frühere Theologie-Student überzeugte als manipulativer Bösewicht in der britischen Thriller-Serie „Happy Valley“ und übernahm zuletzt eine der drei Hauptrollen in der BBC-Verfilmung von „Krieg und Frieden“ als Herzensbrecher. Zumindest seine 91-jährige Großtante Grania sei überrascht von seinem Erfolg, erzählte er dem Boulevardblatt „Daily Mail“: „Sie saß mir beim Mittagessen gegenüber. Sie schaute mich verblüfft an und meinte: ‚Ich verstehe nicht, wie du so gut im Fernsehen ausschauen kannst, weil du normalerweise so farblos bist.‘“

Norton konnte Turner („Being Human“, „Der Hobbit“) aber nur vom ersten Platz verdrängen, weil der angeblich nicht verfügbar war. Die BBC gab Anfang Juli die dritte Staffel des erfolgreichen Historiendramas „Poldark“ in Auftrag – wieder mit dem 33-jährigen Turner in der Rolle des leidenschaftlichen Titelhelden. Die Fangemeinde war erleichtert, aber auch schockiert: Zum einen kündigten die Produzenten an, dass Ross Poldark in der nächsten Staffel sein Hemd anbehalten werde. Zum anderen rechneten sich viele aus, dass Turner dann keine Zeit haben werde, um in Bonds Badehosen zu schlüpfen – worauf viele gehofft hatten.

Tatsächlich wird die dritte Staffel von „Poldark“ aber noch dieses Jahr in Cornwall gedreht und kommendes Jahr ausgestrahlt. Zeitlich wären Dreharbeiten für den Bond-Film also möglich, denn der 25.-Jubiläums-Film ist erst für die zweite Hälfte 2018 geplant. Das würde Aidan Turner wohl Zeit geben, sich ins Drehbuch zu vertiefen und der Rolle seinen Stempel aufzudrücken.

Im Gespräch ist auch wieder Hiddleston, dessen Titel­rolle in der BBC-Spionage­serie „The Night-Manager“ als Bewerbung für die James-Bond-Nachfolge verstanden wurde. Seine schlagzeilenträchtige Beziehung mit dem US-amerikanischen Popstar Taylor Swift stieß nicht gerade auf Gegenliebe bei den Produzenten: „Würdelos für einen Mann, der Bond spielen soll“, urteilten ungenannte Insider im „Mirror“.

Unterstützung von Spielberg

Seit Jahren hält sich auch das Gerücht hartnäckig, dass der dunkelhäutige Schauspieler Idris Elba („Star Trek Beyond“, „Luther“) der nächste Bond wird. Doch der 43-Jährige winkt mit gewohnter Ironie ab – zuletzt im US-amerikanischen Frühstücksfernsehen „Good Morning America“: „Wenn ich wirklich ehrlich bin, Mann – ich glaube, dafür bin ich einfach zu alt. Herumfahren in Autos, und Damen, und Martinis – wer will das denn schon? Klingt schrecklich.“ Bisher ist Roger Moore der älteste Bond, als er mit 45 Jahren in „Live and Let Die“ die Rolle übernahm. Wie stark die Unterstützung für Elba ist, wird jedoch nur wenige Tage später klar, als sich der Regisseur Steven Spielberg für ihn einsetzt – nach eigenen Angaben „ein großer Bond-Fan“. „Ich würde gerne einen dunkelhäutigen Bond sehen. Idris wäre meine erste Wahl für Bond, falls Daniel (Craig) nicht zurückkommt“, sagte der Oscar-Preisträger dem britischen Boulevardblatt „Express“.

Strippenzieherin und Produzentin Barbara Broccoli kann die Entscheidung über den berühmten Agenten mit der Lizenz zum Töten noch etwas hinauszögern. Der Jubiläums-Bond soll in zwei Jahren herauskommen, und sie möchte in der Zwischenzeit zwei weitere Filme produzieren.