TV-Star Fritz Wepper feiert 75. Geburtstag

16.08.2016 • 20:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Fritz Wepper bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises, einer der vielen Auszeichnungen, die der Münchner verliehen bekam. Foto: AP
Fritz Wepper bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises, einer der vielen Auszeichnungen, die der Münchner verliehen bekam. Foto: AP

Harry Klein machte ihn berühmt, als Bürgermeister Wöller ist er noch heute erfolgreich.

München. Erst Kriminalassistent Harry Klein, dann der intrigante Bürgermeister Wöller: Fritz Wepper ist eines der prominentesten Seriengesichter des deutschen Fernsehens. Jetzt wird er 75 und wagt sich für einen Bezahlsender in die finstere Gedankenwelt eines Serienmörders.

Bürgermeister Wöller ist für die Klosterschwestern von Kaltenthal kein leichter Gegner. Seine Fantasie ist unerschöpflich, wenn es darum geht, den Nonnen der ARD-Erfolgsserie „Um Himmels Willen“ das Leben schwer zu machen. Für Schauspieler Fritz Wepper eine unterhaltsame Rolle, kann er sich doch lauter Gemeinheiten leisten. Seinen Part sieht er als Ventil, vor allem für die Fans: „Es gibt Zuschauer, die so gerne mal ihrem Chef so richtig die Meinung sagen möchten. Und das mache ich vielleicht stellvertretend“, sagt der Münchner, der am heutigen Dienstag 75 Jahre alt wird. Ausruhen will er sich auf seinen Lorbeeren aber nicht, im Gegenteil. Im Herbst taucht er in finsterste Abgründe ein, in der Rolle eines brutalen Killers.

Seit 2002 leitet Wepper als Bürgermeister die Geschicke der fiktiven niederbayerischen Stadt Kaltenthal. Eine lange Zeit – für Wepper aber ist so eine Beständigkeit nicht ungewöhnlich. Fast 30 Jahre lang war er der Kriminalassistent Harry Klein, von 1968 bis 1974 an der Seite von Erik Ode in Herbert Reineckers ZDF-Kultserie „Der Kommissar“, dann als Partner von „Derrick“, ebenfalls ein Dauerbrenner, bis das ZDF die Serie aus dem Programm verbannte, als 2013 die Mitgliedschaft des Hauptdarstellers Horst Tappert in der Waffen-SS während der Nazi-Zeit bekannt wurde. Ein Satz ist aber immer noch legendär und untrennbar mit Wepper verbunden: „Hol schon mal den Wagen, Harry.“

„Möchte lange dabei sein“

„Dass die Zuschauer es mir gestattet haben, Harry Klein gewesen zu sein und nun als Bürgermeister Wöller wahrgenommen zu werden: Das war für mich die höchste Auszeichnung als glaubwürdiger Schauspieler“, resümiert Wepper, der bei seinen Rollen gerne auf Beständigkeit setzt. „Ich halte meine Verabredungen. Ich würde niemandem empfehlen, aus einer Serie auszusteigen“, rät er. „Wenn die Gesundheit mitmacht – und es hängt ja auch mit dem Alter zusammen, inwieweit man diese Leistung bringen kann – möchte ich so lange dabei sein wie möglich.“

Das Publikum freut es. Wepper ist populär und besitzt viele Auszeichnungen, etwa den Deutschen und den Bayerischen Fernsehpreis. Egal ob Kaltenthal oder die Fernseh-Kripo, es ist eine Welt mit festen Werten und Maßstäben, überschaubar und leicht spießig. Selbst Wöller besitzt ein gutes Herz, auch wenn er das meist gut zu kaschieren weiß. Und es gibt immer wieder etwas zu lachen.