Lohfink wegen falscher Verdächtigung verurteilt

Menschen / 22.08.2016 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Gericht verurteilte Lohfink wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro. Foto: APA
Das Gericht verurteilte Lohfink wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro. Foto: APA

20.000 Euro Strafe. Gina-Lisa Lohfink im Prozess um angebliche Vergewaltigung schuldig gesprochen.

Berlin. Im Prozess um eine angebliche Vergewaltigung hat das Model Gina-Lisa Lohfink eine Niederlage erlitten. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verurteilte Lohfink am Montag wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro. Die 29-Jährige hatte behauptet, im Juni 2012 von zwei Männern vergewaltigt worden zu sein. Dafür sah das Gericht keine Anhaltspunkte. Die Männer waren von den Vorwürfen schon früher freigesprochen worden. Die Verteidigung hatte Freispruch für ihre Mandantin gefordert. Lohfink sagte in ihrer letzten Stellungnahme unter Tränen, was die beiden Männer ihr angetan hätten, sei pervers gewesen. Sie habe den Sex nicht gewollt und auch nicht gefilmt werden wollen.

„Gelogen und in die Irre geführt“

Die Anklage beantragte eine Geldstrafe in Höhe von 24.000 Euro. Staatsanwältin Corinna Gögge sagte: „Frau Lohfink ist nicht Opfer einer Sexualstraftat geworden. Sie hat gelogen und Ermittler bewusst in die Irre geführt.“ Das Gericht entschied auf 80 Tagessätze à 250 Euro als Strafe für Lohfink. Sie habe bewusst wahrheitswidrige Tatsachen behauptet. Der Sex sei einvernehmlich gewesen. Lohfink habe allerdings den Männern signalisiert und gesagt, dass sie das Filmen nicht wollte. Die 29-Jährige hatte nach der Urteilsverkündung gerufen: „Das muss ich mir nicht antun.“ Sie stürmte aus dem Saal und verließ auch das Gerichtsgebäude.

Ein Gutachter hatte zuvor den Einsatz von K.-o.-Tropfen in der umstrittenen Nacht mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Das ergebe sich aus den Videofilmen, die in der Sexnacht gemacht wurden, sagte der Medikamenten- und Drogenexperte Torsten Binschek-Domaß. Lohfink sei damals wach und orientiert gewesen. Es gebe keine Anhaltspunkte für K.-o.-Tropfen. Unter deren Wirkung könne man keine Pizza bestellen und mit der Managerin telefonieren, betonte Binschek-Domaß.

Die damaligen Ermittlungen gegen die beiden Männer waren von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Lohfink, die früher Kandidatin von „Germany’s next Topmodel“ war, erhielt daraufhin einen Strafbefehl wegen Falschaussage. Dagegen legte sie Widerspruch ein.

Berufung gegen Urteil

Lohfinks Anwalt will gegen deren Verurteilung voraussichtlich in Berufung gehen, wie Verteidiger Burkhard Benecken ankündigte. „Das Urteil ist ein Skandal“, sagte er. Er werde mit ihr besprechen, ob sie die Kraft dazu habe. Er mache sich Sorgen um alle Frauen, die eine Vergewaltigung anzeigen wollten.