Japans Kaiser Akihito möchte gerne abdanken

Menschen / 11.01.2017 • 22:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Kronprinz Naruhito soll seinem Vater Akihito auf den Thron folgen.
Kronprinz Naruhito soll seinem Vater Akihito auf den Thron folgen.

Der 83-jährige Monarch ist gesundheitlich angeschlagen.

Tokio. Japan, die älteste Erbmonarchie der Welt, bekommt möglicherweise in zwei Jahren einen neuen Kaiser. Akihito hatte im August in einer seltenen Video-Botschaft deutlich zu erkennen gegeben, angesichts seiner nachlassenden Kräfte irgendwann abdanken zu wollen. Wie japanische Tageszeitungen am Mittwoch berichteten, plant die rechtskonservative Regierung rechtliche Schritte, um dem 83 Jahre alten Kaiser einen offenkundigen Wunsch zu erfüllen. Als Termin sei der 1. Jänner 2019 im Gespräch, möglicherweise auch einen Tag zuvor. Akihitos ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (56), würde seinem Vater gleich darauf auf den Chrysanthementhron folgen.

Die Rechtslage sieht eine Abdankung des Monarchen nicht vor. Darum befasst sich ein von der rechtskonservativen Regierung eingesetztes Gremium aus Fachleuten nun mit der Frage der Modalitäten für eine solche Abdankung. Laut Medienberichten scheint es auf ein Sondergesetz hinauszulaufen.

Akihito, dessen Regentschaft den Namen Heisei („Frieden schaffen“) trägt, ist der erste Tenno, der sein Amt nicht mehr als Gott antrat. Sein 1989 gestorbener Vater Kaiser Hirohito, posthum Showa-Tenno genannt, hatte am 1. Jänner 1946 in seiner sogenannten Menschlichkeitserklärung der Göttlichkeit des Kaisers entsagt. In seinem Namen war Japan in den Zweiten Weltkrieg gezogen. Laut der Nachkriegsverfassung muss sich sein
ältester Sohn und Thronfolger Akihito, der am 12. November 1990 offiziell zum 125. Tenno ausgerufen worden war, auf die Rolle als Symbol der Einheit der Nation beschränken. Alle Regierungsbefugnisse wurden dem Kaiser genommen.