„Das Berühmtsein ist eine Belastung für mich“

10.04.2017 • 20:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Morgan Freeman und Michael Caine stehen wieder gemeinsam vor der Kamera.

London. In der US-Komödie „Abgang mit Stil“ planen Michael Caine (84) und Morgan Freeman (79) – gemeinsam mit Alan Arkin (83) – einen Banküberfall, weil ihre Pension gestrichen wurde. Im richtigen Leben plagen die beiden Filmveteranen keine Geldsorgen. Im dpa-Interview plaudern sie über Selfie-Wahn und Alter und verraten, was die Zusammenarbeit zwischen ihnen ausmacht.

Sie beide drehen offenbar gern miteinander. Was macht die gute Zusammenarbeit aus?

Caine: Die Gelassenheit zwischen uns. Das ist anders, als wenn junge Schauspieler an einem Film zusammenarbeiten. Ich erinnere mich an früher, da gab es große Spannungen. Und diese Entspannung zu erreichen, machte drei Viertel des Schauspieljobs aus. Das konnten wir uns jetzt sparen. Wir sind schon entspannt. Wir kennen uns seit Jahren und haben sechs Filme zusammen gemacht. Wir mögen uns sehr und es ist ein Wunder, dass sie uns überhaupt dafür bezahlen. (lacht)

Empfinden Sie noch so etwas wie Druck?

Freeman: In der Öffentlichkeit empfinde ich Druck. Denn ich kann nicht mehr die Straße entlang gehen, nicht mehr einkaufen und nicht mehr spazieren gehen. Das ist für mich eine Belastung.

Caine: Ich gehe noch spazieren. Ich setze eine Baseballmütze auf und dann erkennt niemand, wer ich bin.

Herr Freeman, gilt das auch für Ihre Heimatstadt Charleston?

Freeman: Nein. Charleston ist ja so klein, dass man es kaum Stadt nennen kann. Die wenigen Leute, die dort wohnen, haben nicht lang gebraucht, um sich daran zu gewöhnen, dass ich nach Hause gekommen bin. Aber im Rest der Welt ist das anders. In New York City habe ich einmal den Verkehr lahmgelegt. Ich halte kurz an, um ein Gespräch zu führen, schon haben alle ihre Kamera draußen.

Caine: Jeder hat heute eine Kamera. Immer diese Selfies!

Finden Sie Selfies aufdringlich?

freeman: Sehr aufdringlich! Die kommen einfach an und knipsen sich mit dir. Und ich denke mir: Bitte, lass mich in Ruhe! Wer bist du?

Caine: Fotos zu machen, stört mich nicht. Aber Fotos zu unterschreiben, das hasse ich. Denn ich weiß, dass die verkauft werden. Einmal hab ich ein Autogramm gegeben und der Typ konnte meinen Namen nicht lesen. Da fragt er mich: Wie heißen Sie?

Freeman: (lacht) Ja, das kommt auch vor. Leute kommen auf dich zu und fragen: Sind Sie berühmt?

Im Film sprechen Sie offen über das Altern und den Tod. Ist das etwas, das Sie auch im richtigen Leben beschäftigt und vielleicht sogar besorgt?

Freeman: Ob ich mir über den Tod Sorgen mache? Kein Stück. Warum sollte ich?

Caine: Um Himmels willen, nein. Du musst sowieso irgendwann abtreten. Das ist überhaupt nicht wichtig.