Kevin Bacon ist „süchtig nach Fernsehserien“

Menschen / 08.06.2017 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kevin Bacon ist „süchtig nach Fernsehserien“

Mit „Footloose“ schrieb der Schauspieler in den 1980er-Jahren Kinogeschichte. Heute ist er lieber in Serien zu sehen.

München. (dpa) Hollywood-Star Kevin Bacon ist süchtig nach Serien. „Ja, ich bin ein Dauergucker“, sagte der Hollywood-Star. Auch beruflich orientiert sich der 58-Jährige heute eher in Richtung Fernsehen. An diesem Freitag startet bei Amazon Prime Video die deutsche Fassung seiner neuen Serie „I Love Dick“.

Ihre neue Serie heißt „I Love Dick“. Warum wollten Sie da mitmachen?

Bacon: Produzentin Jill
Soloway hat schon „Transparent“ gemacht und ich war ein großer Fan der Serie. Außerdem spielt Kathryn Hahn Chris, und sie ist in den vergangenen Jahren immer witziger geworden. Ich hatte gerade „The Following“ hinter mir, diese brutale, gewalttätige Action-Serie, in der ich in jeder Folge jemanden getötet habe oder beinahe selbst getötet wurde. Es
war also Zeit für etwas anderes.

Ziehen Sie Fernsehserien Filmen heute vor?

Bacon: Es ist nicht so, dass ich sie lieber mag, aber es gibt dort heutzutage viel mehr Möglichkeiten für interessantes Arbeiten. In den 1970er-Jahren habe ich in einer Seifenoper mitgespielt und danach gesagt: „Nie wieder Fernsehen!“. Ich wollte Filme machen, Arthouse-Kino. Aber diese Filme werden heute kaum noch gedreht, weil sie kein Publikum finden. „I Love Dick“ ist so etwas wie Arthouse-Kino als Serie, es ist sehr experimentell. Ich muss dorthin gehen, wo die interessanten Inhalte sind.

Warum gibt es denn kein Publikum mehr für Arthouse-Filme im Kino?

Bacon: Da ist die Frage. Vielleicht liegt es daran, dass die Filme, die wir machen, nicht mehr gut genug sind, um die Leute aus dem Haus zu locken? Ich weiß es nicht. „I Love Dick“ läuft bei Amazon. Das ist noch nicht einmal ein Sender, sondern … irgendein Ort, eine digitale Plattform. Und das ist sehr aufregend.

Glauben Sie, dass diese Entwicklung dabei ist, ihren Höhepunkt zu überschreiten?

Bacon: Ich bin kein Filmgeschäft-Hellseher, aber es ist ein Geschäft, und natürlich kann man nicht alles machen. Vor fünf Jahren war es noch undenkbar für mich, eine Serie für Amazon zu machen. Bei Amazon kaufe ich meinen Rasierer, und es wäre mir damals nie in den Sinn gekommen, dass so eine Serienproduktion möglich ist. Die Dinge ändern sich, und sie ändern sich schnell.

Welche Serien schauen Sie selbst an?

Bacon: Alles Mögliche: „Transparent“, „Night Manager“, „Game of Thrones“ – die Charaktere müssen gut sein, das ist wichtig. Ja, ich bin ein Dauergucker. Ich verbringe allerdings keine kompletten Wochenenden mit Serien – nur manchmal. Ich bin verheiratet, also müssen wir uns absprechen, wer wann was schaut.