„König der Chöre“ feiert eine Woche lang den Neunziger

09.02.2018 • 21:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gotthilf Fischer brachte Tausende von Menschen zum Singen. Und auch mit Neunzig ist der Schwabe alles andere als kleinlaut.dpa
Gotthilf Fischer brachte Tausende von Menschen zum Singen. Und auch mit Neunzig ist der Schwabe alles andere als kleinlaut.dpa

stuttgart Es wird sicher etliche Geburtstagsständchen geben, wenn der „König der Chöre“ 90 wird. Und gegen ein „Happy Birth­day“ wird sich Gotthilf Fischer auch nicht wehren, versprach er, wiewohl sich der aufgeweckte Jubilar mit den schlohweißen Haaren von jeher als „Hüter des deutschen Liedguts“ versteht. Kaum ein anderer brachte so viele Menschen zum Singen wie der Schwabe. Seinen Neunzigsten feiert er eine Woche lang: mit jedem seiner Chöre an einem anderen Tag.

Singen steckt an

Für Moritz Puschke, Geschäftsführer des Deutschen Chorverbands, hat Fischer seinen Teil dazu beigetragen, dass Chorsingen wieder „in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“. Inzwischen seien viele neue Formate entstanden. „Die zentrale Botschaft dabei bleibt: Singen steckt an, Singen verbindet. Dies ist sicherlich auch ganz im Sinne des Jubilars.“

Geboren wird Fischer 1928 in Plochingen, 20 Kilometer westlich von Stuttgart. Sein Vater ist Zimmermeister und Hobbymusiker. Mit 14 gründet er seinen ersten Chor, nach Kriegsende wird er mit 17 Leiter des Gesangvereins Concordia in Deizisau, später Leiter weiterer Gesangvereine. Bundesweit bekannt wird er mit einem TV-Auftritt seiner Fischer-Chöre. Bald darauf erscheint die erste Schallplatte. Der Weg zum ersten Millionenauftritt war geebnet: 1974 in München, vor dem Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft, lässt Gotthilf Fischer einen Mammutchor von 1500 Menschen auf dem Rasen des Olympiastadions „Eviva Espana“ anstimmen. Rund um die Welt hören zeitweise 62.000 Sangesfreunde, vereint in Freundeskreisen der Fischer-Chöre, auf das Kommando des Schwaben. Weit über 16 Millionen Schallplatten werden verkauft. „Böse Menschen haben keine Lieder“, das Motto der Fischer-Chöre ist bis heute sein Credo.

Im ganz kleinen Kreis will der gelernte Sportlehrer und musikalische Autodidakt seinen runden Geburtstag feiern.