Kampusch: „Ich freue mich, dass ich 30 werde!“

11.02.2018 • 17:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ihr Schicksal machte Schlagzeilen, nun wird sie 30: Natascha Kampusch. apa
Ihr Schicksal machte Schlagzeilen, nun wird sie 30: Natascha Kampusch. apa

Mit einer großen Party möchte sie ihren 30er feiern.

wien Natascha Kampusch ist glücklich über den Beginn eines neuen Lebensjahrzehnts und blickt optimistisch in die Zukunft. „Ich freue mich, dass ich 30 werde. Man wird von Älteren einfach ernster genommen und hat zugleich noch den Draht zu den Jungen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur vor ihrem Geburtstag, den sie am 17. Februar feiert. Erst in diesem Alter beginne der Mensch, seine volle Kraft und Energie zu entwickeln, ist sich die junge Österreicherin sicher.

Nach dem Start ihrer ersten Schmuckkollektion im vergangenen Herbst gebe es jedenfalls genügend Pläne für weitere Projekte. „Es ist mir wichtig, mich für andere Menschen zu engagieren.“ Details will sie noch nicht verraten. Vielleicht werde sie auch ihre einst begonnene Goldschmiedelehre beenden.

Kampusch war als Zehnjährige auf dem Schulweg in Wien entführt und acht Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen gehalten worden. Im August 2006 gelang ihr die Flucht, ihr Entführer brachte sich um.

Unter den Folgen der Gefangenschaft leidet sie nach eigenen Worten kaum mehr. „Es ist mehr so ein Gefühl, wie es vielleicht Opfer eines Bankraubs oder eines Lawinenunglücks haben. Ich kann es rationalisieren und so verhindern, dass es sich in meine Lebensgegenwart hineinfrisst“, meint sie. Wahr bleibe aber auch, dass sie viele Erfahrungen in der Pubertät nicht habe machen dürfen. „Eigentlich ist die Pubertät eine Zeit, in der man sich ausprobieren und ohne Konsequenzen orientieren kann. Das vermisse ich schon.“

Mit rund 30 Freunden und Familienmitgliedern wolle sie jedenfalls zu ihrem Geburtstag eine Party feiern. Es werde ein großes Essen geben. Aber Kampusch will ihrem Fest auch einen Wohltätigkeits-Charakter geben. Zu wessen Gunsten Geld gesammelt werden soll, werde sie noch entscheiden. „Es gibt genügend sinnvolle Zwecke.“