Interview mit Entertainerin Katrin Bauerfeind über ihre neue Talkshow

Menschen / 07.03.2019 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Katrin Bauerfeind © WDR/Dirk Borm
Katrin Bauerfeind © WDR/Dirk Borm

Die 36-Jährige präsentiert wöchentlich die Sendung „Bauerfeind – Die Show zur Frau“

Köln Sie gehört zu Deutschlands coolsten und witzigsten Fernsehfrauen: Katrin Bauerfeind. Nun präsentiert die schlagfertige Entertainerin die wöchentliche Sendung „Bauerfeind – Die Show zur Frau“, in der sie mit prominenten Gästen über gesellschaftlich relevante Themen spricht.

Was passiert in „Bauerfeind – Die Show zur Frau“?

Bauerfeind Ich bin wie eine Mischung aus Maybrit Illner und Heidi Klum, also zwischen sehr seriös und total albern. Ich habe prominente Gäste im Studio, mit denen ich über Themen rede, die die Gesellschaft bewegen und die Gemüter erhitzen. Zum Beispiel: Ist Essen unser neuer Gott, denn es sind immer weniger Menschen katholisch, aber immer mehr vegetarisch, oder: worüber kann und darf man in politisch korrekten Zeiten noch lachen? 

Ist Humor in Zeiten politischer Korrektheit ein vermintes Gebiet?

Bauerfeind Die Empfindlichkeiten sind auf jeden Fall andere als noch vor ein paar Jahren. Aber ich finde, dass jeder das Recht hat, verarscht zu werden – auch Minderheiten. Wenn Leute sich benachteiligt fühlen, muss man zwar fragen, warum das so ist. Ganz ohne Humor wird es aber auch schwierig.

In Ihrer Sendung wollen Sie auch Haltung zeigen. Was genau heißt das?

Bauerfeind Ich kann in dieser Sendung endlich alle meine Geschichten, Gags und mein gesammeltes Halbwissen anbringen. Haltung heißt, der Zuschauer weiß, was meine Meinung zum Thema ist und wo ich stehe. Das unterscheidet uns von anderen Talkshows.

Spielt es heutzutage eigentlich noch eine Rolle für den Erfolg, ob man ein Entertainer oder eine Entertainerin ist?

Bauerfeind Für viele sind lustige Frauen immer noch wie ein veganes Mettbrötchen, also ein Ding der Unmöglichkeit. Ich habe es schon erlebt, dass Männer nach meinem Soloprogramm zu mir kamen und gesagt haben: „Sogar ich als Mann hab‘ gelacht.“

Sie haben ein Buch geschrieben, in dem Sie auf witzige Art zu einem liebevolleren Umgang miteinander auffordern. Ist der Ton in unserer Gesellschaft rauer geworden?

Bauerfeind Das Buch heißt „Alles kann, Liebe muss“, und ich wollte das Thema Liebe aufgreifen, weil mir aufgefallen ist, dass relativ viel Hass da draußen in der Welt ist. Vieles ist neu, anders, da kommt man schon mal schneller ans Limit. Hass gilt immer als ernst, die Liebe als kitschig. Kann doch nicht sein, hab ich gedacht und wollte dem was entgegensetzen

Wie drückt sich das in Ihrem Alltag aus?

Bauerfeind Wenn einem einer dumm kommt, einfach nett kommen. Warum nicht? Wohin das andere führt, wissen wir ja. Außerdem werfe ich mit Komplimenten um mich.

Wie viel Hass schlägt Ihnen in den sozialen Medien entgegen?

Bauerfeind Ich lese keine Kommentare. Warum sollte ich mich von wildfremden Leuten beschimpfen lassen? Auf der Straße würde man sich das auch nicht anhören, wenn irgendwer vor einem stehen bleibt und fünf Minuten über das eigene Outfit abgöbelt. Im Internet finden das alle normal. (Von Cornelia Wystrichowski)