„Anita“ lebt weiter

03.07.2019 • 20:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schlagerstar Costa Cordalis: 1976 stürmte er mit „Anita“ die Charts, 2004 war er der Dschungelkönig.
Schlagerstar Costa Cordalis: 1976 stürmte er mit „Anita“ die Charts, 2004 war er der Dschungelkönig.

Costa Cordalis starb im Alter von 75 Jahren auf Mallorca.

Palma Es war 1976, als ein Grieche mit einem Song über ein Mädchen aus Mexiko in den deutschen Charts Furore machte. „Schwarz war ihr Haar, die Augen wie zwei Sterne so klar“, schwärmte der Sänger mit dem Lockenschopf. Ihr Name war „Anita“, und der Titel des Ohrwurms wird für immer mit dem von Costa Cordalis verbunden bleiben. Am Dienstag starb er in seiner Wahlheimat Mallorca mit 75 Jahren. Dem Vernehmen nach war er nach einem Schwächeanfall länger in einem Insel-Spital.

Noch Ende Februar nahm Cordalis zusammen mit Sohn Lucas (51) – Ehemann von TV-Sternchen Daniela Katzenberger (32) – an einem Benefizkonzert zu Ehren des 2018 verstorbenen „Goodbye Deutschland“-Stars Jens Büchner in Essen teil. Dabei soll er bereits angeschlagen gewirkt haben.

„Wir sind alle tieftraurig über den Verlust. Mein Vater war ein wunderbarer Mensch, der sich immer für andere eingesetzt hat“, wurde Lucas Cordalis am Mittwoch zitiert. Costa Cordalis war ein Urgestein des deutschen Schlagers. Ferne Länder und feurige Frauen waren oft und gerne Thema in den Liedtexten des Künstlers. Ob in „S.O.S.“, „Shangri-La“ oder „Der Wein von Samos“ – ein bisschen Folklore gehörte immer zum Cordalis-Stil.

Durchbruch mit Frauen-Trilogie

1944 als Konstantinos Kordalis in Mittelgriechenland geboren, wagte Cordalis mit 16 Jahren den Sprung nach Frankfurt, wo der Teenager schnell Deutsch lernte. Später studierte er Germanistik und Philosophie, ohne allerdings einen Abschluss zu erlangen. Seine Karriere als Sänger begann 1965, der Durchbruch gelang ein Jahrzehnt später mit einer Frauen-Trilogie: Carolina (1973), Anna Lena (1974) und Anita (1976) machten Cordalis in Dieter Thomas Hecks „Hitparade“ und Ilja Richters „Disco“ schnell zur Kultfigur der Schlagerszene.

Einen privaten Einblick in sein Leben gewährte der Künstler zu seinem 70. Geburtstag, als er 2014 unter dem Titel „Der Himmel muss warten“ seine Autobiografie publizierte. „Mein Aussehen wird als schäbiges Resultat von misslungenen Schönheitsoperationen mit Botox präsentiert“, klagte er – dabei sei das „Vollmondgesicht“, wie er selbst es nannte, einer langen Cortisonbehandlung wegen einer Rückenerkrankung geschuldet.

Positiver fielen seine Erinnerungen an die RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ aus. In deren erster Staffel holte er sich 2004 prompt den Sieg. Die 28.000 Euro als „König des Dschungels“ spendete er der Kinderkrebshilfe. Liebestechnisch hatte er früh das große Glück gefunden: Fast 50 Jahre war er mit seiner Frau Ingrid verheiratet, mit der er drei Kinder hat. Auch sportlich feierte Cordalis Erfolge. So nahm er 1985 für Griechenland bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld am Skilanglauf-Wettbewerb über 30 Kilometer teil. Zwar kam er als Letzter ins Ziel, aber in Griechenland wurde er immerhin zwei Mal Landesmeister.

Costa Cordalis hat einmal erklärt, er hoffe, über 100 Jahre alt zu werden. Dieser Wunsch wurde ihm nicht erfüllt. „Anita“ aber lebt auf allen Schlagerpartys weiter.