„Ich war angstfrei, bis ich Vater wurde“

Menschen / 09.07.2019 • 22:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jan Josef Liefers leiht auch in „Pets 2“ Terrier Max seine Stimme. dpa
Jan Josef Liefers leiht auch in „Pets 2“ Terrier Max seine Stimme. dpa

Jan Josef Liefers über „Pets 2“ und seine Ängste.

Berlin Es muss nicht immer Disney sein. Auch die Firma Illumination Entertainment zeigt auf dem Sektor der Animationsfilme mächtig auf. Zum Beispiel mit den „Ich – Einfach unverbesserlich“-Produktionen, mit den drolligen Minions oder 2016 mit „Pets“. Jetzt ist die Fortsetzung da. In „Pets 2“ spricht Jan Josef Liefers den Terrier Max.

 

Im ersten Film wurde gezeigt, welches Eigenleben die Haustiere entwickeln, wenn die Familie aus dem Haus ist. Noch turbulenter wird es diesmal, als es mit der Familie auf Landurlaub geht. Denn auf den gewissenhaften Hund Max kommen neue Aufgaben zu. Musste man Sie sehr überreden, Max wieder Ihre Stimme zu leihen?

LIEFERS Nein, denn das machte mir großen Spaß. Wenngleich es auch sehr anstrengend war. Wenn ich abends das Tonstudio verließ, war ich wie gerädert.

 

Wovon kommt das?

LIEFERS Die Animations-Tiere in „Pets“ sind sehr energetisch. Sie geben Vollgas, und du musst mit dieser Energie mitgehen, sonst erschlägt dich das Bild. Im Animationsfilm können die Tiere ja alles. Und all das gilt es, mit der Stimme zu bewältigen.

 

Wenn man für ein solches Synchron-Abenteuer angefragt wird, wie läuft das für einen Schauspieler aus der Einser-Kategorie?

LIEFERS Du kannst der größte deutsche Film-Zampano sein, trotzdem musst du ein Casting machen. Das heißt: Deine Stimmprobe geht in die USA, die Studio-Spezialisten hören sich das an und wissen sofort, ob einer das „spielen“ kann.

Hypothetisch: Wenn Sie ein Hund wären, gibt es jemanden, den Sie gerne beißen würden?

LIEFERS Ja, manchmal mich selbst in den Arsch. Wenn ich mich über mich ärgere. Ansonsten gibt es sicher welche, die ich gerne – nein, nicht beißen, sondern eher zwicken oder nach ihnen schnappen würde, damit sie wach werden. Ich würde sie auch gerne wach bellen.

 

In „Pets“ erleben wir die Freuden der Tiere. Und ihre Ängste. Welche Ängste haben Sie?

LIEFERS  Ich war immer ein völlig angstfreier Mensch. Das änderte sich, als ich Vater wurde.

Sie haben ja auch privat Hunde-Erfahrung. Mit Toni und Abby, beide Mischlinge?

LIEFERS Toni wurde von jemandem ausgesetzt, wir haben ihn in einem kleinen Schuhkarton gefunden. Er dürfte das Ergebnis einer Lovestory zwischen einem Husky und einem Dackel sein, Abby ist ein Mix Chihuahua und Jack Russell. Zu ihnen kommt auch noch eine Katze.

 

Sie sind mittlerweile vierfacher Vater . . .

LIEFERS Und mit jedem Kind wurde ich ängstlicher. Wie ein Schachgroßmeister messe ich den Radius nach allen Seiten aus und stelle mir vor, was passieren könnte. Weil ich an all das kreuzgefährliche, hirnlose Zeug denke, das ich selbst angestellt habe. Wenn ich daran denke, meine Kinder würden das machen, ich würde ausrasten.

 

Die Aussage von „Pets“ hat aber mit Ängsten nichts zu tun?

LIEFERS Richtig. Die Aussage des Films ist, dass man vor nichts Angst haben darf, sondern alles als Herausforderung annehmen soll.

 

Als Ermittler Professor Karl-Friedrich Boerne sind Sie einer der allerbeliebtesten „Tatort“-Schauspieler in Deutschland und auch in Österreich. Macht Ihnen diese Rolle weiterhin großen Spaß?

LIEFERS Wir drehen nur zwei Münster-„Tatorte“ pro Jahr, das ist relativ überschaubar. Nur heuer sind es drei. Gott sei Dank haben wir fabelhafte Autoren, es kommen immer wieder gute Geschichten. Würde sich jedoch eines Tages berechtigt die Frage ergeben „Treten wir auf der Stelle?“, dann würde ich auf jeden Fall sofort aufhören. LH