„Hab mich nie verbiegen lassen“

Menschen / 10.07.2019 • 22:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Balder geht in seiner Show „Was für ein Jahr!“ wieder auf Zeitreise. AP
Balder geht in seiner Show „Was für ein Jahr!“ wieder auf Zeitreise. AP

Hugo Egon Balder über längst vergangene Fernsehzeiten und Fließbandarbeit für „Tutti Frutti“.

Köln Früher war vielleicht nicht alles besser, aber auf jeden Fall ganz anders: In seiner Spiel- und Quiz-Show „Was für ein Jahr!“ nimmt Hugo Egon Balder seine prominenten Gäste und die Zuschauer mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit.

 

Mitte der Achtziger starteten Sie bei RTL Ihre Fernsehkarriere und waren dann mit der Show „Alles nichts oder?!“ sehr erfolgreich. Hat das Fernsehmachen damals mehr Freude gemacht?

Balder Eindeutig ja, weil Entscheidungen viel schneller getroffen wurden. Es gab keine Gremien von 800 Leuten, die erst mal über neue Ideen entscheiden mussten. Es gab damals mehr Freiheiten für Kreative, und die Bosse haben, anders als heute, sehr schnell entschieden.

 

Sehnen Sie sich manchmal nach dieser Zeit zurück?

Balder Nein, ich bin eigentlich nicht so der große Nostalgiker, der sich in einem fort mit der Vergangenheit beschäftigt. Man darf ja auch nicht vergessen, dass man damals einfach jünger war als heute und viele Dinge total anders gesehen hat.

 

War früher alles besser?

Balder Um Gottes Willen nein, früher war nicht alles besser, es war nur vieles anders.

 

Berühmt wurden Sie Anfang der Neunziger als Moderator der legendären Nackedei-Show „Tutti Frutti“.

Balder Richtig, wir haben die Show mit einem italienischen Team in Mailand gemacht, das Studio stand uns aber immer nur für zwei Wochen zur Verfügung – und in der Zeit haben wir dann die Sendungen für das ganze Jahr aufgezeichnet. Das war Fließbandarbeit, vier bis fünf Ausgaben am Tag. Für mich war das ein Erlebnis, mal zu sehen, wie Fernsehen in Italien gemacht wird.

 

Seit dieser Zeit sind Sie nicht mehr aus dem deutschen Fernsehen wegzudenken. Wie haben Sie es geschafft, sich so lange in diesem Geschäft zu halten?

Balder Das kann ich Ihnen nicht mit einem Satz beantworten, da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen Glück, das man immer haben muss. Dann hatte ich mit tollen Leuten zu tun wie RTL-Chef Helmut Thoma, der mir vieles ermöglicht hat. Außerdem habe ich mich nie verbiegen lassen. Klar, ich musste manchmal auch Sachen machen, die nicht so doll waren. Aber im Großen und Ganzen konnte ich immer machen, was ich wollte.

 

Sie hatten Spaß bei der Arbeit?

Balder Großen Spaß, und den habe ich immer noch. Nicht nur im Fernsehen, auch am Theater, ich stehe ja seit fast zehn Jahren ununterbrochen auf der Bühne. mw