Prinzessin sorgt für Schlagzeilen

Menschen / 31.07.2019 • 22:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Prinzessin Haya Bint al-Hussein erschien am Mittwoch vor dem Gericht in London. Ihr Mann fordert die Rückkehr der beiden Kinder nach Dubai.  AP
Prinzessin Haya Bint al-Hussein erschien am Mittwoch vor dem Gericht in London. Ihr Mann fordert die Rückkehr der beiden Kinder nach Dubai.  AP

Haya von Jordanien kämpft derzeit vor Gericht um ihre Kinder.

London Der westlichen Öffentlichkeit war sie bis vor Kurzem noch weitgehend unbekannt, doch durch ihren juristischen Streit mit ihrem Ehemann, dem Emir Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum von Dubai, macht Prinzessin Haya von Jordanien (45) nun Schlagzeilen. In einem ungewöhnlichen Schritt beantragte die Halbschwester des jordanischen Königs Abdullah II. am Dienstag vor einem Londoner Gericht das Sorgerecht für ihre beiden Kinder und Schutz vor Zwangsehe sowie für sich selbst Schutz vor körperlichen Übergriffen. Ihr 25 Jahre älterer Ehemann, der Ministerpräsident der Vereinigten Arabischen Emirate ist, fordert dagegen die Rückkehr der elf Jahre alten Tochter und des sieben Jahre alten Sohnes nach Dubai.

Ehefrau Nummer sechs

Dem Vernehmen nach ist Haya eine von sechs Ehefrauen des Emirs, der 70-Jährige soll mehr als 20 Kinder haben. Haya und er heirateten 2004. Ihre Liebe zu Pferden und zum Reiten habe sie zusammengebracht, sagte Haya ein Jahr später in einem AFP-Interview. Zudem teilten sie die Begeisterung für Poesie und fürs Schreiben sowie für muslimische und arabische Geschichte und Kultur. Auch interessiert sich Haya nach eigenem Bekunden für die Beizjagd mit Falken, für Schießsport und schnelle Autos. Vor ihrer Hochzeit führte die Prinzessin die jordanische Reit-Olympiamannschaft an. Als eine der ersten weiblichen Sportlerinnen vertrat sie Jordanien bei internationalen Wettbewerben, 1992 gewann sie bei den panarabischen Spielen im Reiten eine Bronzemedaille.

Dass Haya nun ausgerechnet in London Schutz und juristische Hilfe sucht, kommt nicht von ungefähr. Nach ihrer Kindheit in Amman besuchte die Tochter des jordanischen Königs Hussein britische Privatschulen und machte an der Universität von Oxford einen Abschluss in Politik, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften.

Die heute 45-Jährige engagierte sich in den vergangenen Jahren für Bildungs- und Jugendprojekte. 2007 wurde sie von den Vereinten Nationen zur Friedensbotschafterin ernannt, von 2005 bis 2007 war sie die erste Frau und erste Vertreterin der arabischen Welt als Goodwill-Botschafterin des Welternährungsprogramms WFP.

Im vergangenen Jahr gab es bereits einmal Schlagzeilen um die Familie von Scheich Mohammed von Dubai: Im März 2018 wurde seine Tochter Prinzessin Latifa (32), die er mit einer anderen Ehefrau hat, bei einem Fluchtversuch per Schiff gefasst und nach Dubai zurückgebracht. In einem YouTube-Video hatte Latifa angegeben, sie fliehe vor Misshandlung und Unterdrückung durch ihre Familie. Prinzessin Haya lud dann im Dezember die frühere UN-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson zu einem Treffen mit Latifa ein. Damals sagte Haya, es handle sich um eine Familienangelegenheit. Jetzt hat sie selbst wichtige Familienangelegenheiten zu klären und kämpft um ihre Kinder.