„Leberkäs ist schon was Feines“

06.08.2019 • 19:12 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sebastian Bezzel und Simon Schwarz haben „Leberkäsjunkie“ abgedreht. Im September geht es mit „Kaiserschmarrn-Drama“ los. Constantin Film Verleih
Sebastian Bezzel und Simon Schwarz haben „Leberkäsjunkie“ abgedreht. Im September geht es mit „Kaiserschmarrn-Drama“ los. Constantin Film Verleih

Wieder skurrile Abenteuer für Sebastian Bezzel und Simon Schwarz.

Wien Klar, es ist wieder viel los im bayerischen Niederkaltenkirchen. Bauintrigen, Brandstiftung, eine verkohlte Leiche, Mord. Aber den guten Dorfpolizisten Franz Eberhofer plagt ein noch viel schlimmeres Problem: Cholesterin! Der Arzt verordnet ihm „gesunde Kost“, verbietet ihm die geliebten Leberkässemmeln aufs Strengste. Gott sei Dank hat der Franz im selbst ernannten  Privatdetektiv Rudi Birkenberger wieder einen Freund und Helfer. In der sechsten Rita-Falk-Romanverfilmung „Leberkäsjunkie“, jetzt in unseren Kinos, erleben Sebastian Bezzel und Simon Schwarz wieder allerhand skurrile Abenteuer.

 

Selbst ein Elvis Presley war auf diese „Delikatesse“ süchtig. Nach seiner Rückkehr vom Miltärdienst in Germany wies er seinen Koch auf Graceland wochenlang an, jeden Tag Leberkäs zuzubereiten. Als die Familie rebellierte, machte er allein weiter. Betrachtet man seine Figur in späteren Jahren, kann man es ohne weiteres glauben. Wie stehen Sie zum Leberkäs?

Bezzel Ich mag ihn auch, esse ihn aber eher selten. Denn sonst kann er einem schnell zu viel werden. Doch ja: Wenn man Heißhunger hat, ist Leberkäs schon was Feines.

Schwarz Auch ich bin kein Feind davon. Ich brauch’ ihn nur nicht jeden Tag.

 

Ihr habt euch zu einem kongenialen Gespann entwickelt. Sie, Simon Schwarz, standen in Filmen ja schon früher einem anderen Ermittler zur Seite, dem Simon Brenner alias Josef Hader. Wo liegt für Sie der Unterschied?

Schwarz Beim Josef war es meinerseits mehr Verehrung zu seiner Genialität. Mit dem Sebastian wurde es echte Freundschaft. Wir beide sind simpler gestrickt als der Josef.

Bezzel Es passt einfach. Wie sagt Anica Dobra in ihrer Rolle als Frau Grimm in „Leberkäsjunkie“ über die Figuren des Conny und des Mordopfers? Sie waren wie zwei Popo-Backen. Das trifft auch auf uns zu. Wir trafen einander erstmals bei den Dreharbeiten zu „Schwere Jungs“ und waren schnell befreundet, brauchten keine Anlaufzeit.

Schwarz Wir sehen einander jedes Jahr ziemlich oft, auch außerhalb gemeinsamer Dreharbeiten.

 

Was sind Ihre größten Gemeinsamkeiten?

Schwarz Gemeinsamkeiten gibt es vor allem in Dingen, die wir hassen. Wir beschweren uns gerne über dieselben Dinge.

 

Die da sind?

Schwarz Wir verabscheuen gewisse politische Einstellungen, sind gegen Menschenentwürdigung, verabscheuen Leute, die nicht an die kommenden Generationen denken und sind dagegen, dass Politik von Lobbyisten bestimmt wird. Ich glaube, dass eine Generation kommt, die sich das nicht gefallen lassen wird. VW etwa hat 70 Anwälte in Brüssel, die sich nur darum kümmern, welche EU-Eingaben dem Konzern schaden könnten. So, wie Religionen nichts in der Politik verloren haben, haben auch Konzerne dort nichts verloren!

 

Für Sie beide gibt es neuerdings einen Seitenzweig. Der Bayerische Rundfunk hat mit Ihnen vier Folgen von „Bezzel und Schwarz – Die Grenzgänger“ produziert und kürzlich erfolgreich ausgestrahlt. Gibt es Fortsetzungen?

Bezzel Es schaut so aus.

Schwarz Der Bayerische Rundfunk war so klug, zu erkennen, dass es da zwei Typen gibt, die ein Team sind, das seine Laufwege kennt. Und beim nächsten Mal haben wir auch die Möglichkeit für kleine inhaltliche Veränderungen.

 

Auf der Besetzungsliste von „Leberkäsjunkie“  finden sich auch mehrere österreichische Gastarbeiter, wie der Kärntner Robert Stadlober, der Steirer Michael Ostrowski  und der Wiener Manuel Rubey. Gibt es jemanden, über dessen Mitwirkung Sie sich besonders gefreut haben?

Schwarz Ja, über Eva Mattes als ruppige Mooshammer Liesl. Ich bin mein Leben lang ein großer Fan von ihr. Toll, dass so ein Kaliber einsteigt. Der Sebastian muss sich ja besonders gefreut haben, weil die beiden miteinander 13 Jahre lang „Tatort“-Partner waren.

Bezzel Ja, Ich hab’ lange nicht gewusst, dass sie im „Leberkäsjunkie“ mitmacht. Erfahren hab’ ich es erst, als ich vor einigen Monaten mit der Produzentin plauderte und sie fragte, wer sonst noch dabei ist. Als sie den Namen Eva Mattes nannte, hab’ ich mich tierisch gefreut. LH