„Goldene Stimme aus Prag“ ist verstummt

Menschen / 02.10.2019 • 22:27 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Schlagerstar Karel Gott (80) hat den Kampf gegen Leukämie verloren.

Prag Karel Gott, einer der größten Stars der Schlagerwelt, ist tot. Die „goldene Stimme aus Prag“ starb am Dienstagabend kurz vor Mitternacht im Alter von 80 Jahren. „Er ist zu Hause von uns gegangen, in ruhigem Schlaf, im Kreis seiner Familie“, teilte seine Ehefrau Ivana Gottova mit. Im September 2019 hatte der Sänger öffentlich gemacht, dass er an akuter Leukämie litt. Eine erste Krebserkrankung am Lymphsystem hatte er wenige Jahre zuvor überstanden.

Am Zaun seiner Prager Villa legten Menschen Blumen nieder. Am Rathaus seiner Geburtsstadt Pilsen (Plzen) wurde Trauerbeflaggung gehisst. Der tschechische Regierungschef Andrej Babis kündigte ein Staatsbegräbnis im Prager Veitsdom und einen nationalen Trauertag an. Die Familie habe zugestimmt. Das Parlament müsse dies noch absegnen. „Karel Gott hat sich das mit Sicherheit verdient“, erklärte der 65-Jährige und würdigte den Sänger als „einen der größten Tschechen“.

Der tschechische Präsident Milos Zeman sprach von einer ungeheuer traurigen Nachricht für das ganze Land. „Karel Gott war ein wirklicher Künstler, der sein Leben anderen geschenkt hat“, sagte er. Die Fernsehsender strahlten Sondersendungen aus.

Über 50 Mill. Tonträger verkauft

Karel Gott stand fast sechs Jahrzehnte auf der Bühne und verkaufte Schätzungen zufolge mehr als 50 Millionen Tonträger. Vor allem die Hits wie „Biene Maja“, „Lady Carneval“, „Babicka“ oder „Einmal um die ganze Welt“ brachten ihm Ruhm. „Dieser Beruf hat eine schöne Seite, nämlich, dass wir sofort die Antwort auf die Frage ernten, ob ein Lied gut ist und Erfolg haben wird“, sagte Karel Gott in einem seiner letzten Interviews.

„Sinatra des Ostens“

In seinem Heimatland Tschechien war der Sänger eine Legende. Insgesamt 42 Mal gewann er den Publikumspreis „Goldene Nachtigall“. Karel Gott wurde am 14. Juli 1939 im westböhmischen Pilsen geboren. Als Elektrolehrling mit 18 hatte er seine ersten Auftritte in Prager Tanzcafés. Mit seiner Darbietung von „Tausend Fenster“ beim Grand Prix Eurovision de la Chanson in London 1968 wurde er auch im Westen bekannt. Mit der Udo-Jürgens-Nummer erreichte Gott für Österreich den 13. Rang. Der klassisch ausgebildete Tenor verdiente sich rasch den Namen „Sinatra des Ostens“. Die Hits folgten Schlag auf Schlag: „Lady Carneval“ (1969), „Einmal um die ganze Welt“ (1970), „Babicka“ (1979) und „Fang das Licht“ (1985). Mit der Biene-Maja-Melodie eroberte Karel Gott die Herzen der kleinen Fernsehzuschauer. Über seine Beziehung zu seinem Publikum sagte er einmal: „Es ist eine Art Magnetismus, eine gegenseitige Anziehungskraft, die schwer beschreibbar ist.“ Seine letzte große Tournee durch Tschechien und die Slowakei wurde ein Triumph. Rund 12.000 Zuschauer feierten im Dezember 2014 in Prag ihren „mistr“ (Meister). Seinen 80. Geburtstag feierte er im Juli 2019 mit Weggefährten und Prominenten in einem Prager Theater.

Eine wichtige Stütze war seine Frau Ivana, für die der Charmeur sein Junggesellenleben aufgegeben hatte. Er nannte sie seine große Liebe. Die 37 Jahre jüngere Fernsehmoderatorin hatte Karel Gott im Jänner 2008 in Las Vegas geheiratet. Mit ihr hatte er zwei Töchter. Er hinterlässt außerdem zwei erwachsene Töchter aus früheren Beziehungen.

„Karel Gott war ein wirklicher Künstler, der sein Leben anderen geschenkt hat.“

Karel Gott, Sänger von Hits wie „Biene Maja“, stand mehr als sechs Jahrzehnte auf der Bühne. Mit Gila von Weitershausen drehte er den Kinofilm „Charleys Onkel“. Mit Ivana Machackova war Gott seit 2008 verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Töchter.

Karel Gott, Sänger von Hits wie „Biene Maja“, stand mehr als sechs Jahrzehnte auf der Bühne. Mit Gila von Weitershausen drehte er den Kinofilm „Charleys Onkel“. Mit Ivana Machackova war Gott seit 2008 verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Töchter.

Karel Gott, Sänger von Hits wie

Karel Gott, Sänger von Hits wie „Biene Maja“, stand mehr als sechs Jahrzehnte auf der Bühne. Mit Gila von Weitershausen stand er für den Kinofilm „Charleys Onkel“ vor der Kamera. Mit Ivana Machackova war Gott seit 2008 verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Töchter.

ABD0037_20191002 - BERLIN - DEUTSCHLAND: ARCHIV - 10.11.1971, Berlin: Sänger Karel Gott bei seinem Auftritt in der ZDF-Silvester-Show mit Tänzerinnen des ZDF-Balletts. Karel Gott ist tot. Er starb am 01.10.2019 kurz vor Mitternacht im Alter von 80 Jahren, wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf seine Sprecherin am 02.10.2019 berichtete. Foto: Chris Hoffmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++. - FOTO: APA/dpa/Chris Hoffmann

ABD0037_20191002 – BERLIN – DEUTSCHLAND: ARCHIV – 10.11.1971, Berlin: Sänger Karel Gott bei seinem Auftritt in der ZDF-Silvester-Show mit Tänzerinnen des ZDF-Balletts. Karel Gott ist tot. Er starb am 01.10.2019 kurz vor Mitternacht im Alter von 80 Jahren, wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf seine Sprecherin am 02.10.2019 berichtete. Foto: Chris Hoffmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++. – FOTO: APA/dpa/Chris Hoffmann

ABD0059_20191002 - LEIPZIG - DEUTSCHLAND: ARCHIV - 13.10.2017, Sachsen, Leipzig: Der tschechische Sänger Karel Gott zeigt neben seiner Frau Ivana nach der 23. Verleihung des Medienpreises «Goldene Henne» seine Auszeichnung. Karel Gott ist tot. Er starb am 01.10.2019 kurz vor Mitternacht im Alter von 80 Jahren, wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf seine Sprecherin am 02.10.2019 berichtete. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++. - FOTO: APA/dpa-Zentralbild/Hendrik Schmidt

ABD0059_20191002 – LEIPZIG – DEUTSCHLAND: ARCHIV – 13.10.2017, Sachsen, Leipzig: Der tschechische Sänger Karel Gott zeigt neben seiner Frau Ivana nach der 23. Verleihung des Medienpreises «Goldene Henne» seine Auszeichnung. Karel Gott ist tot. Er starb am 01.10.2019 kurz vor Mitternacht im Alter von 80 Jahren, wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK unter Berufung auf seine Sprecherin am 02.10.2019 berichtete. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++. – FOTO: APA/dpa-Zentralbild/Hendrik Schmidt