„Sag Angie zu mir!“

Menschen / 17.10.2019 • 22:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sam Riley ist neben Angelina Jolie in dem Märchendrama „Maleficent - Mächte der Finsternis“ im Kino zu sehen. Reuters
Sam Riley ist neben Angelina Jolie in dem Märchendrama „Maleficent – Mächte der Finsternis“ im Kino zu sehen. Reuters

Sam Riley über die Zusammenarbeit mit Angelina Jolie und seine Wahlheimat Berlin.

Berlin Man sah ihn sogar in einem österreichischen Film. In Andreas Prochaskas „Das finstere Tal“ verkörperte Sam Riley den schweigsamen Helden Greider. Schon 2007 hatte der Brite aus Leeds in „Control“ seinen großen Durchbruch gefeiert. Dann war er als Rabe „Diaval“ neben Angelina Jolie in „Maleficent – Die dunkle Fee“ zu sehen. Nach fünf Jahren ist endlich die lang erwartete Fortsetzung da: „Maleficent 2 – Mächte der Finsternis“ läuft jetzt in unseren Kinos.

 

Diaval hat im ersten Teil der dunklen Fee Maleficent ewige Treue geschworen. Gilt das noch immer?

RILEY Nun ja, anfangs war Diaval viel unruhiger, weil er Angst vor Maleficents Macht und Magie hatte. Inzwischen hat sich jedoch eine Art Freundschaftsverhältnis ergeben, und das führte dazu, dass er nun den Mut hat, ihr manchmal auch zu widersprechen.

 

Angelina Jolies Maske als Maleficent ist abermals ungeheuer beeindruckend.

RILEY In der Tat glauben manche Leute, auch am Drehort, immer noch, dass das echt ist. Erst, wenn sie drüberwischen, merken sie, dass es sich um kunstvollstes Make-up handelt.

 

Auch Teil zwei wirkt immens aufwendig?

RILEY Es wurde an nichts gespart. Du kommst dir als Schauspieler richtiggehend unbedeutend vor, wenn du beobachtest, dass pro Tag oft 300 Statisten in den Pinewood Studios sind, mit Pferden und Waffen und zusätzlichem Klimbim, und über allem thront Angelina mit ihren Hörnern. Da habe ich mich manchmal gefragt: Ist das noch Arbeit oder Zauberei?

 

Was betrachten Sie als das Schwierigste am Schauspielerberuf?

RILEY Das hat schon der große Laurence Olivier beantwortet: Du wirst hauptsächlich dafür bezahlt, dass du zwischen den einzelnen Szenen oft endlos warten musst. Für die Bankett-Szene in „Maleficent 2“ etwa  haben wir zum Beispiel sieben Tage gebraucht. Aber für mich sind Dreharbeiten noch immer so beeindruckend, dass ich in den langen Pausen nicht in meinen Wohnwagen flüchte, sondern dabei bleibe und den anderen zuschaue.

 

Angelina Jolie ist so häufig, natürlich auch durch ihre Ehe und die Trennung von Brad Pitt, in den Schlagzeilen, dass kaum jemand weiß, wie sie wirklich ist. Wie ist Sie in Ihren Augen?

RILEY Sie ist eine exzellente Schauspielerin. Eine sehr unterschätzte, denke ich. Sie hat mittlerweile bewiesen, dass sie auch eine sehr gute Regisseurin ist. Und vor allem ist sie ein großer Star. Sie hat das Charisma und die Aura eines großen Stars, das kann man nicht lernen. Am Drehort ist sie sehr beliebt, ist außerordentlich höflich mit dem Team, hat keine Allüren. Das gilt übrigens auch für Michelle Pfeiffer, die die Königin verkörpert.

 

Ihre ganz persönliche Erfahrung mit Angelina?

RILEY Sie ist auch respekteinflößend. Beim ersten „Maleficent“-Film war ich noch viel zu nervös. Lange wagte ich nicht, sie Angie zu nennen. Erst gegen Ende der Dreharbeiten forderte sie mich geradezu auf: „Sag Angie zu mir!“

 

Sie sind mit Schauspielerkollegin Alexandra Maria Lara verheiratet, die Sie am Set des Films „Control“ kennenlernten. Für sie sind Sie Wahl-Berliner geworden. Leben Sie gerne hier?

RILEY Zu allererst liebe ich meine Frau. Aber dann auch Berlin. Ich mag die Stadt, weil alles so gut funktioniert. Ich habe sogar gelernt, korrekt einzuparken. In meiner Heimatstadt Leeds macht man das eher schlampig. Doch wenn du in Berlin nicht ordentlich einparkst, sind sofort fünf Leute da, die Dir mit dem Zeigefinger drohen. Und es ist auch schön, in einem Land zu leben, das Fußballspiele meistens gewinnt. LH