„Mein Leben hat sich verändert“

Menschen / 05.12.2019 • 22:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Daisy Ridley verkörpert im letzten Teil „Der Aufstieg Skywalkers“ der „Star Wars“-Trilogie die strahlende Heldin Rey. AP
Daisy Ridley verkörpert im letzten Teil „Der Aufstieg Skywalkers“ der „Star Wars“-Trilogie die strahlende Heldin Rey. AP

Daisy Ridley spricht im VN-Interview über die Dreharbeiten und wie „Star Wars“ ihr Leben veränderte.

Berlin Der Countdown hat begonnen: Am 18. Dezember startet in Österreich, sogar zwei Tage vor den USA, der sehnlichst erwartete Film des Jahres. Mit „Der Aufstieg Skywalkers“ kommt der letzte Teil der „Star Wars“-Trilogie (Episode neun) in unsere Kinos. Daisy Ridley (27) verkörpert die Heldin Rey.

 

Das Ende ist nahe. Haben Sie schon die berühmte Träne im Knopfloch?

DAISY RIDLEY Oh ja, und je näher der Premierentermin rückt, umso schlimmer wird es. Denn immerhin hatte ich bei der Arbeit an meinen drei Episoden eine zweite Familie gefunden, von der ich mich nun verabschieden muss.

 

Gewiss werden Sie immer wieder gefragt, wie sich Ihr Leben durch „Star Wars“ verändert hat?

RIDLEY Es war ja alles wie ein kleines Wunder. Bevor ich 2016 für „Das Erwachen der Macht“ entdeckt wurde, hatte ich mir mein Taschengeld noch als Kellnerin in einem Pub verdient. Nun ja, mein Leben hat sich in der Tat verändert. Sehr. Damals wusste ich nicht einmal, was Round-Table-Interviews sind. Und beim Dreh war ich von allem, was rundum geschah, so überwältigt, dass ich vieles vergessen habe. Bei der Arbeit an „Die letzten Jedi“, war ich aufgeregt, weil da gerade die Premiere von „Das Erwachen der Macht“ nahte. Zwischendurch musste ich lernen, den richtigen Pfad zwischen öffentlicher Person und einem natürlichen Privatleben zu finden, denn es gab ja niemanden, der mich auf diesen „Star Wars“-Wirbel vorbereitet hat.

 

Wie haben Sie sich gefallen, als Sie sich zum ersten Mal als Rey sahen?

RIDLEY Es war schlimm. Ich sagte mir: Mein Gott, Daisy, du bist schlecht! Absolut schlecht! Später einmal war ich bei Freunden eingeladen, als „Das Erwachen der Macht“ gerade im Fernsehen lief. Wir schauten eine halbe Stunde lang zu, und ich freute mich auf einmal, wie jung und unbeschwert ich damals war. Am Ende dachte ich erleichtert: So schlecht war ich eigentlich gar nicht!

 

Und vor der jetzigen Episode neun, wie war Ihnen da zumute?

RIDLEY Ich hatte gelernt, nahm mir vor Drehbeginn ein halbes Jahr frei, habe gesund gelebt, viel geschlafen und häufig all meine Lieben getroffen. Die Folge war, dass ich dann bei der Arbeit richtig entspannt war und mich ungemein wohl fühlte.

Das Publikum ist sicher neugierig, ob die Frage beantwortet wird, woher Rey kommt, wer ihr Vater ist?

RIDLEY Mir selbst schien diese Frage nie wichtig. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich vor „Das Erwachen der Macht“ keine große „Star Wars“-Spezialistin war. Ich kapierte überhaupt nicht, warum solche Sachen für das Publikum von Bedeutung waren.  Zumal sich Rey ja in der Trilogie eine eigene Familie geschaffen hat, mit BB-8, Finn (gespielt von John Boyega) und der Widerstandsbewegung. So oder so: Ja, in „Der Aufstieg Skywalkers“ wird die Neugier des Publikums gestillt. Es gibt eine Antwort. Eine sehr unerwartete und sehr coole.

 

In „Der Aufstieg Skywalkers“ wirkt Carrie Fisher als Leia Organa mit, obwohl sie 2016 gestorben ist.

RIDLEY Ohne sie und ohne Luke Skywalker alias Mark Hamill wäre Episode neun gar nicht möglich gewesen, denn eigentlich erzählt dieser Film ihre Geschichte. Der Zuschauer erfährt alles über Leia, was er bisher nicht wusste. Nein, Carrie erscheint nicht bloß als „Geist“ in einer Nebenrolle, sie ist die Hauptfigur. Gott sei Dank konnte Regisseur und Ko-Autor J.J. Abrams viel vom Filmmaterial benützen, das bereits für Episode acht gedreht, aber nicht verwendet worden war. Es gibt in der Tat keine einzige Einstellung, für die ein Computer benutzt wurde. Alle Spielszenen sind echt. Für mich war das bei den Dreharbeiten aber teilweise bizarr, weil ich mich in meiner Darstellung auf Carries „Präsenz“ einstellen musste.

 

Haben Sie einen Lieblingscharakter aus allen „Star Wars“-Filmen?

RIDLEY Han Solo. Sicher Han Solo. Auch die Ewoks habe ich sehr gemocht, obwohl mir klar ist, dass sich an ihnen die Geister scheiden. Sicher, sie wirken oft sehr gruselig. Doch für mich hatten sie auch etwas an sich, das sie zum Brüllen komisch machte. LH