Millionen-Entschädigung für Klägerinnen

Menschen / 12.12.2019 • 22:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Weinstein erschien am Mittwoch mit einer Gehhilfe vor Gericht. Er muss sich einer Rückenoperation unterziehen. AFP
Weinstein erschien am Mittwoch mit einer Gehhilfe vor Gericht. Er muss sich einer Rückenoperation unterziehen. AFP

Ex-Filmmogul Harvey Weinstein will 25 Millionen Dollar an Dutzende Frauen zahlen, die ihm sexuelle Gewalttaten vorwerfen.

New York Wenige Wochen vor dem Strafprozess gegen Harvey Weinstein hat der frühere Filmmogul bei einer Reihe von Zivilklagen anscheinend einen Erfolg erzielt. Es liege ein neuer Einigungsvorschlag mit einem Volumen von 25 Millionen Dollar auf dem Tisch, berichtete die „New York Times“. Diese Summe sollen sich mehr als dreißig Schauspielerinnen und ehemalige Angestellte Weinsteins teilen, die diesen verklagt hatten. Noch müsse dem Vergleich aber das Gericht zustimmen.

Versicherung übernimmt Kosten

Der Deal hätte für Weinstein den Vorteil, dass er damit der Zeitung zufolge fast alle Zivilklagen auf einmal abräumen könnte, ohne dass er öffentlich Fehlverhalten einräumen müsste. Doch damit nicht genug: Der „New York Times“ und anderen US-Medien zufolge bräuchte Weinstein bei dem Vergleich, der auch Weinsteins alte Filmfirma beinhaltet, kein Geld aus eigener Tasche zu zahlen. Stattdessen soll eine Versicherung seiner Ex-Firma einspringen und auch die Anwaltskosten des 67-Jährigen übernehmen. Einige der Klägerinnen äußerten sich Berichten zufolge unzufrieden über die Einigung.

Der Strafprozess gegen Weinstein soll am 6. Jänner starten. Mehr als 80 Frauen hatten ihm seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen, darunter auch namhafte Schauspielerinnen. Bei der Anklage in New York geht es allerdings nur um zwei Vorfälle aus den Jahren 2006 und 2013. Dem Ex-Filmmogul werden Vergewaltigung, kriminelle sexuelle Handlungen und räuberische sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Weinstein beteuert, jegliche sexuelle Handlungen seien einvernehmlich erfolgt.

Unterdessen sorgt der Gesundheitszustand von Weinstein für Gesprächsstoff. Zu den letzten Anhörungen kam er mit einer Gehhilfe ins Gericht in Manhattan. Dem Magazin „Variety“ zufolge muss Weinstein sich nach einem Autounfall im August einer Rückenoperation unterziehen. Der Prozessauftakt soll deshalb aber nicht in Gefahr sein.

Im Gericht war Weinstein zuletzt am Mittwoch erschienen. Nachdem die Staatsanwälte zahlreiche Verstöße Weinsteins beim Tragen seiner elektronischen Fußfessel moniert hatten, entschied Richter James Burke, die Kaution von einer auf fünf Millionen Dollar zu erhöhen.