An Heiligabend kocht „Bio“ noch selbst

Menschen / 23.12.2019 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
An Heiligabend macht Alfred Biolek eine große Ausnahme. APA
An Heiligabend macht Alfred Biolek eine große Ausnahme. APA

Alfred Biolek stellt sich für Serviettenknödel an den Herd.

Köln Alfred Biolek, der Pionier der deutschen Kochshow, schneidet schon seit Jahren nur noch Zwiebeln. Er koche nicht mehr selbst, weil das in seinem Alter zu mühsam sei, hat der 85-Jährige schon oft erzählt. Allerdings gibt es eine große Ausnahme im Jahr: Heiligabend. Da müsse er dann doch noch mal ran, sagt er der Deutschen Presse-Agentur in seinem Kölner Stammrestaurant „Acht“.

Der einstige Grandseigneur der gehobenen Fernsehunterhaltung („Boulevard Bio“, „Alfredissimo“) bereitet zum Fest traditionell Serviettenknödel zu. Die werden in einem Papiertuch oder einer Folie gedampft und dann mit einem Faden geschnitten. Dazu steuert Scott Biolek-Ritchie, sein Adoptivsohn, ein Hirschragout bei.

„Meine Eltern haben Weihnachten immer sehr intensiv gefeiert – und sehr familiär“, erinnert sich „Bio“. „Wir sind nicht rausgegangen, sondern wir haben das zu Hause gefeiert.“ Alfred Biolek wurde 1934 in Freistadt, heute Karviná, im Osten Tschechiens geboren. „Meine Mutter hat gekocht, weihnachtliche Gerichte“, erinnert er sich. „Das war schön. Sehr gemütlich und sehr gut.“

Eine Runde mit Freunden

Heute feiert er Heiligabend mit Freunden, insgesamt sind sie zu acht. „Es ist jedes Jahr die gleiche Runde“, sagt Scott. Vorspeise und Nachtisch bringen die Gäste mit. Früher war die Atmosphäre recht formell, mit Sakko und Krawatte. Jetzt ist es entspannter – was Scott zu schätzen weiß: „Es ist sehr gut, dass es so geworden ist. Anzug und Krawatte brauch’ ich wirklich nicht an Heiligabend. Aber die Zeiten haben sich eben auch verändert.“ Die Bescherung sparen sie sich: Ihr Geschenk ist das Zusammensein. „Und das Erzählen.“ Im Prinzip geht es ja nur darum, zusammen ein paar schöne Stunden zu verbringen.