Rührend oder zum Fremdschämen

Menschen / 30.12.2019 • 22:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Die besten Momente im TV des Jahres 2019 hatten es im Rückblick in der Tat in sich.

TRAUMSCHIFF Auch wenn die langjährige Hostess Beatrice, Heide Keller, Florian Silbereisen als neuen „Traumschiff“-Kapitän eine „Fehlbesetzung“ nannte: Das Publikum war sehr interessiert und bescherte dem ZDF-Klassiker am zweiten Weihnachtstag sogar einen Einschaltquotentriumph über den zeitgleich ausgestrahlten Münchner „Tatort“. Silbereisen sagte in einem Interview, er sei es gewohnt, „ohne Vorschusslorbeeren an den Start zu gehen“. Vor seiner ersten Samstagabendshow sei das genauso gewesen. „Einige Kollegen haben laut gezweifelt und ihre Auftritte abgesagt. Aber das hat sich erfreulicherweise nach und nach geändert.“

 

THE MASKED SINGER Millionen Zuschauer erfasste im Hochsommer das Rätselfieber. Die ProSieben-Show „The Masked Singer“ löste einen Riesenhype aus. Das Konzept ist so simpel, dass es fast verwunderlich ist, dass es erst im Jahr 2019 im deutschen Fernsehen gelandet ist: Prominente verkleiden sich, bis man sie nicht erkennt, und performen auf einer Bühne. Alle anderen müssen raten, wer dahinter steckt. Die erste Staffel gewann übrigens Max Mutzke.

FERNSEHGARTEN Zum Entsetzen von ZDF-“Fernsehgarten“-Moderatorin Andrea Kiewel telefonierte der Comedian Luke Mockridge Mitte August auf der Bühne ihrer Live-Sendung mit einer Banane, beleidigte Senioren, machte Furzgeräusche und imitierte einen Affen. In seiner „Greatnightshow“ Wochen später bei Sat.1 löste Mockridge auf, dass er die in Gesprächen mit drei Mädchen und drei Jungs im Grundschulalter entwickelt habe. Seiner neuen Sendung bei Sat.1 half das alles kaum.

EUROVISION Der Eurovision Song Contest in Tel Aviv hatte viel Lästerei zur Folge wegen des missglückten Gastauftritts von Madonna. Das deutsche Abschneiden im Finale war erwartbar schlecht und wurde ein paar Tage später noch schlechter. Wegen einer Punktepanne landete Deutschland auf dem vorletzten Platz. Wie hieß nochmal das Lied?

TATORT Münster war wieder Quotenkönig. Die Doppelgängerposse „Spieglein, Spieglein“ sahen im März mehr als 14 Millionen. Abschied nehmen hieß es nach gut 21 Jahren von Inga Lürsen in Bremen (Sabine Postel). Ihr Kollege Stedefreund (Oliver Mommsen) starb.

DOKU Die Dokumentation des Jahres war wohl „Leaving Neverland“. Weltweit aufsehenerregend, blieb die umstrittene Produktion aber bei der ProSieben-Ausstrahlung im April mit mauer Einschaltquote. In dem Film erheben zwei Männer schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den 2009 plötzlich verstorbenen Popstar Michael Jackson.

STREAMING Bei Netflix gingen die inzwischen dritte und vierte deutsche Produktion online: „How to Sell Drugs Online (Fast)“ (Wie man im Internet schnell Drogen verkauft) sowie die Frankfurter Hip-Hop-Serie „Skylines“.

QUEEN OF DRAGS und PRINCE CHARMING Queere Fernsehinhalte eroberten im Herbst die Bildschirme. ProSieben brachte die Travestiekünstlershow „Queen of Drags“ mit Heidi Klum, Conchita Wurst und Bill Kaulitz, der RTL-Streamingdienst mit „Prince Charming“ eine Art schwulen Bachelor. So viel schwule Sichtbarkeit war selten. Das Fernsehen wird vielfältiger. Der Vorarlberger Pascal Büchel war bei Prince Charming ebenso mit von der Partie.

Manche Momente im TV bleiben Zusehern wohl länger in Erinnerung. DPA
Manche Momente im TV bleiben Zusehern wohl länger in Erinnerung. DPA
asdfasdf DPA, AFP

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