Missbilligung und Kritik für Rückzug

Menschen / 09.01.2020 • 22:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Britische Medien und Experten bezeichnen „Megxit“-Entscheidung als „egoistisch“.

London Nicht der Brexit, sondern der „Megxit“ war am Donnerstag das Thema in britischen Medien: Die Ankündigung von Prinz Harry und seiner Frau Meghan, sich von ihren royalen Pflichten zurückzuziehen, war am Mittwochabend wie eine Bombe eingeschlagen.

Queen nicht informiert

Medien und Royals-Experten werfen dem Paar Egoismus und Rücksichtslosigkeit gegenüber der 93-jährigen Queen vor. Köngin Eli­zabeth II. sei „am Boden zerstört“, schrieb etwa der „Daily Telegraph“. Medien zufolge hatte das Paar auch Harrys Vater, Kronprinz Charles, nicht im Voraus über seine Absicht informiert. In einer vom Buckingham-Palast verbreiteten Erklärung hatten Harry und Meghan am Mittwochabend mitgeteilt, dass sie sich aus der ersten Reihe der Royals zurückziehen. „Wir wollen als ‚ranghohe‘ Mitglieder der Königsfamilie zurücktreten und arbeiten, um finanziell unabhängig zu werden“, erklärten Harry, Sechster in der britischen Thronfolge, und seine aus den USA stammende Frau. Die beiden kündigten an, ihre Zeit künftig zwischen Großbritannien und Nordamerika aufzuteilen.

Die Ankündigung, künftig selbst Geld zu verdienen, brachte dem Herzog und der Herzogin von Sussex den Vorwurf der Heuchelei ein. Die königlichen Zuwendungen, auf die sie nun verzichten wollen, machen nur fünf Prozent ihrer Ausgaben aus, der Rest wird aus privaten Einkünften von Charles finanziert. Auch ihr aufwendig renoviertes Cottage auf Schloss Windsor und ihre Titel wollen Harry und Meghan behalten.

Die Medienberichterstattung über sie wollen die beiden aber offenbar eindämmen. Der 35-Jährige und seine drei Jahre ältere Frau kündigten auf ihrer neuen Website an, nur noch „Spezialisten“ und Vertreter „glaubwürdiger“ und „aufstrebender“ Medien zu ihren Veranstaltungen einzuladen.

Harrys Ankündigungen seien „ein langer, trauriger Abschied von seinem royalen Leben“, sagte der ITV-Journalist und Harry-Kenner Tom Bradby am Donnerstag. „Das ist ein neuer Krieg der Windsors – und er ist noch nicht vorbei.“