Diese Mode ist alles andere als Müll

Menschen / 10.01.2020 • 22:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Lisa-Maria und Anna-Sophia aus Liechtenstein machen Mode aus Meeresmüll und starten damit weltweit durch.

Ruggell Insgesamt schwimmen laut Global2000 rund 150 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren, jährlich kommen bis zu zwölf Millionen Tonnen dazu. Einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und gleichzeitig ihre Liebe für Mode auszuleben, hat Lisa-Maria (24) und Anna-Sophia Beck (22) aus Triesenberg auf die Idee gebracht, ein nachhaltiges Modelabel zu gründen. Mit Lanasia haben die Gründer-Schwestern den Nerv der Zeit getroffen und starten mit ihren Kollektionen international durch. Die Leidenschaft für Mode und das unternehmerische Denken wurde den Schwestern in die Wiege gelegt. „Unsere Mutter ist für uns die größte Stilikone, sie inspiriert uns jeden Tag neu“, schwärmt Anna-Sophia, Event- und Tourismus-Management-Studentin in München, im VN-Gespräch. Bei Lanasia ist sie als Designerin und Creative Director für den kreativen Part zuständig, während sich Lisa-Maria, Absolventin der International School of Management in München, um die strategischen und operativen Parts im Unternehmen kümmert.

Fischernetze und Plastik

Einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, war den Beck-Schwestern schon immer wichtig. „Wir sind auf dem Land aufgewachsen und haben uns deswegen schon früh um ein sauberes Ökosystem gesorgt. Uns war von Anfang an bewusst, wie wichtig und wertvoll unternehmerische Nachhaltigkeit ist“, sagt Anna-Sophia. Während sich einige Unternehmen, wie etwa Adidas, bereits auf Mode mit recyceltem Kunststoff spezialisiert haben, gibt es laut Anna-Sophia neben Lanasia bislang kaum ein Unternehmen, das auf nachhaltige Bademode setzt. Seit der Gründung ihres Start-ups im Februar 2019 haben die Schwestern bereits vier Kollektionen herausgebracht, die sie heute in 55 Länder der Welt liefern. Nach dem Erfolg der Bademodekollektion folgten zwei Womenswear- und eine Fitnesskollektion. Für die erste Bademodekollektion „Sisters Collection“ standen die Blondinen selbst als Models vor der Kamera. „Bei der ersten Kollektion haben wir 78 Prozent recycelte Rohstoffe verwendet“, erzählt Lisa-Maria.

Neue Bikinis und Badeanzüge entstehen dabei aus alten Fischernetzen oder Plastikflaschen. „Wir arbeiten mit Unternehmen zusammen, die sich darauf spezialisiert haben, Rohstoffe zu sammeln, die nur schwer aus dem Meer zu holen sind“, führt Lisa-Maria weiter aus. Aus dem gereinigten Plastikabfall wird regeneriertes Nylon zu einer Kunstfaser und in weiterer Folge zu einem feinen Stoff verarbeitet. „Die Mischung aus femininen, trendigen und nachhaltigen Design macht den Mix unserer Designermode aus.“ Nicht nur in Liechtenstein, sondern auch international sind sie mit ihrem Label, das für „sexy and sustainable“ steht, erfolgreich. Ihre Kollektionen haben es bereits in die italienischen Zeitschrift Elle und die Vogue UK geschafft. Außerdem war ihre Mode bereits in den TV-Shows Bachelor in Paradise und Shopping Queen zu sehen.

Im Februar wollen Lisa-Maria und Anna-Sophia ihren ersten Showroom in Ruggell eröffnen, außerdem kommt die neue Bademodekollektion „Power of Nature“ auf den Markt. In Zukunft wollen die beiden „noch mehr mit natürlichen Materialien arbeiten und viele weitere Kollektionen entwerfen“.

„Unsere Designermode entsteht unter anderem aus alten Fischernetzen oder Plastikflaschen.“

Lanasia

Gründung Erste Kollektion am
19. Februar 2019, www.lanasia.com

Umweltschutz Bei der Produktion von 10.000 Tonnen des Rohstoffs regeneratives Nylon werden im Vergleich zur herkömmlichen Produktion von Nylon 10.000 Fässer Öl eingespart und ein CO2-Ausstoß von 57.100 Tonnen  vermieden.

Kollektionen Sisters Collection, Women Empowerment, Fashion Goes Woods, Sister Act